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PPWR-Journal · Praxis

PPWR-Software im Vergleich: Sechs Lösungstypen, 25 Anbieter, echte Preise und die fünf Versprechen, die Sie prüfen sollten

16.09.2026 · Lesezeit ca. 25 Min. · Von

Kurz und kompakt

Der Markt für PPWR-Software ist in zwei Jahren von null auf 39 Anbieter im deutschsprachigen Raum gewachsen, und die Werkzeuge sind für verschiedene Rollen gebaut, ohne dass die Anbieterseiten das sagen. Wer die Auswahl über eine Funktionsliste angeht, kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Werkzeug für die falsche Rolle.

Die Preisspanne aus echten Auswahlverfahren liegt zwischen 4.800 und 84.000 Euro pro Jahr. Der Unterschied erklärt sich fast vollständig aus dem Lösungstyp, nicht aus der Qualität.

Fünf Versprechen tauchen auf fast jeder Anbieterseite auf, und keines davon hält, was der Wortlaut suggeriert: automatisierte EPR-Meldung, berechnete Recyclingklasse, automatisch erzeugte Kennzeichnung, jährliche Konformitätserklärung und Produktivität in drei Tagen.

Unter 30 Verpackungseinheiten und zehn Lieferanten braucht es meist keine Software. Darüber ist die Frage nicht ob, sondern welcher Typ.

Wir sind selbst Anbieter. Das steht hier am Anfang, und der Guide sagt am Ende, für wen unser Werkzeug nicht die richtige Wahl ist.

Der Markt in Zahlen

Matchilla, eine Plattform für Software-Auswahlverfahren, screent den Markt seit August 2025 wöchentlich und zählte am 18. August 2026 39 Anbieter mit PPWR-Bezug im DACH-Raum. Mitte 2025 waren es rund 30. Aus den Auswahlverfahren des ersten Halbjahrs 2026 berichtet Matchilla eine Preisspanne von 4.800 bis 84.000 Euro pro Jahr. Das ist keine Streuung um einen Mittelwert, sondern das Ergebnis von sechs sehr verschiedenen Produktkategorien, die alle unter demselben Suchbegriff auftreten.

Zwei Bewegungen prägen das Jahr 2026. Die etablierten Verpackungsplattformen haben ihre Werkzeuge um Konformitätserklärung und technische Dokumentation erweitert; Recyda etwa hat im Juni 2026 einen PPWR Navigator mit Vorlagen vorgestellt, die nach eigener Angabe mit Brancheninitiativen und Rechtsexperten entwickelt wurden, und seine Bewertungsfunktionen bereits im November 2025 in SAP Responsible Design and Production integriert. Gleichzeitig haben die großen ESG-Suiten PPWR als Modul nachgerüstet; IntegrityNext hat sein Produkt-Compliance-Angebot ausdrücklich um PPWR-Funktionen erweitert. Dazwischen sind spezialisierte Werkzeuge entstanden, die nichts anderes tun als PPWR, und daneben stehen die Werkzeuge der dualen Systeme, die die Herstellerrolle abdecken.

Für Käufer heißt das: Der Markt ist reif genug, dass es für jede Konstellation ein passendes Werkzeug gibt, und unübersichtlich genug, dass man es ohne Systematik nicht findet.

Brauchen Sie überhaupt Software?

Die ehrliche Antwort zuerst: Nicht jeder. Ein Betrieb mit zehn Verpackungsarten, zwei Lieferanten und stabilem Sortiment erfüllt die Verordnung mit einer sauberen Tabelle, einem Ordner und einem guten Anschreiben an die Lieferanten. Die Konformitätserklärung ist eine Seite nach Anhang VIII, die technische Dokumentation ein Ordner nach Anhang VII, und beides lässt sich für ein kleines Portfolio von Hand pflegen. Wie das geht, steht in PPWR-Konformitätserklärung: Vorlage, Pflichtinhalte nach Anhang VIII; für Kleinstunternehmen greift ohnehin oft die Regel, nach der der Lieferant Erzeuger ist, siehe Kleinstunternehmen, Kleinunternehmer und Onlinehandel.

Software wird an vier Punkten unausweichlich, meist an mehreren gleichzeitig.

Wenn die Zahl der Verpackungseinheiten dreistellig wird. Bei 40 Artikeln in fünf Verpackungsformaten entstehen schnell 100 bis 200 Verpackungseinheiten, jede mit eigener Erklärung und eigener Dokumentation. Ab dieser Größe scheitert die Tabelle nicht an der Erstellung, sondern an der Pflege: Wer hat wann welche Version ausgestellt, welche Komponente steckt in welcher Einheit, und was passiert, wenn der Folienlieferant die Rezeptur wechselt?

Wenn die Lieferanten zweistellig werden. Die entscheidenden Daten, also Materialzusammensetzung, Schwermetallwerte, PFAS-Nachweise, Rezyklatanteil, liegen bei den Lieferanten, nicht bei Ihnen. Zwanzig Lieferanten per E-Mail zu fragen, ihre Antworten zu sortieren, Rückfragen zu stellen und zu erinnern, ist ein Teilzeitjob. Ab dreißig ein Vollzeitjob.

Wenn Sie mehrere Rollen gleichzeitig haben. Erzeuger für die Eigenmarke, Importeur für die Fremdware, Vertreiber für die Palette. Drei Rollen heißen drei Pflichtenkataloge, und in einer Tabelle vermischen sie sich.

Wenn 2028 und 2030 mitgedacht werden müssen. Sortierkennzeichnung, Leistungsstufen, Rezyklatquoten und Leerraumregeln brauchen Daten je Komponente, die heute niemand verlangt, die aber heute erfasst werden sollten. Wer sie in Tabellenspalten ablegt, erfasst 2029 alles neu.

Faustregel aus unseren Gesprächen: Unter 30 Verpackungseinheiten und unter zehn Lieferanten reicht Handarbeit. Darüber kostet Handarbeit mehr als Software, nur unsichtbar.

Was PPWR-Software leisten muss

Ineinandergestellte offene Wellpappkartons in einer Reihe
Die Verordnung verlangt Daten je Komponente. Eine Faltschachtel ist Karton, Druckfarbe, Lack und Klebstoff zugleich.

Die Funktionsliste lässt sich direkt aus der Verordnung ableiten. Sechs Bereiche muss jede Lösung abdecken, die mehr als ein Formulargenerator sein will.

Verpackungsstammdaten auf Komponentenebene. Artikel, Verpackungseinheit und Komponenten als drei getrennte Ebenen, weil die Erklärung je Verpackungsart ausgestellt wird, die Stoffgrenzwerte aber je Komponente einschließlich Farben, Lacken und Klebern gelten. Eine Komponente muss einmal angelegt und in vielen Einheiten wiederverwendet werden können, sonst pflegen Sie dieselbe Faltschachtel fünfzigmal. Import per CSV oder Excel ist Pflicht, eine ERP-Anbindung Kür.

Rollen und Pflichten je Verpackungseinheit. Die Verordnung vergibt Rollen nicht pro Unternehmen, sondern pro Verpackung. Die Software muss je Einheit unterscheiden, ob Sie Erzeuger, Importeur, Vertreiber oder Bevollmächtigter sind, die Sonderfälle nach Artikel 21 abbilden und daraus einen Pflichtenkatalog ableiten. Werkzeuge, die eine Rolle pro Mandant kennen, sind für die meisten Unternehmen unbrauchbar. Die Rollenlogik erklärt Erzeuger oder Hersteller? Welche Rolle Ihr Unternehmen unter der PPWR hat.

Datenerfassung bei Lieferanten. Ein Portal, über das Lieferanten ohne eigene Registrierung antworten, mit strukturierten Formularen statt Freitext, mit Belegpflicht für Stoffangaben, mit Status je Anfrage und Nachrichtenverlauf. Die beste Version erkennt hochgeladene Prüfberichte und Datenblätter und schlägt die Werte vor, sodass der Mensch nur noch prüft. In diesem Bereich unterscheiden sich die Werkzeuge am stärksten, und er bestimmt den größten Teil der Arbeitszeit.

Technische Dokumentation und Konformitätserklärung. Beide Dokumente aus den erfassten Daten erzeugen, je Verpackungseinheit, mit den acht Pflichtelementen nach Anhang VIII, versioniert, mit Ausstellungsdatum und Unterzeichner, und als Massenaktion für alle Einheiten, deren Daten vollständig sind. Wo die Software nur das Formular ausfüllt, ohne die Dokumentation dahinter zu halten, haben Sie bei der Behördenanfrage ein Blatt und keinen Ordner.

EPR-Registrierung und Mengenmeldung. Die Registrierungspflichten je Mitgliedstaat aus den Zielmärkten ableiten, den Status verfolgen, und für Deutschland eine Mengenmeldung erzeugen, die das Schema der Zentralen Stelle einhält. Eine Behördenschnittstelle gibt es nicht, die Registrierung erfolgt immer im Portal der Behörde.

Aufbewahrung und Nachweis. Fünf Jahre für Einwegverpackungen, zehn für Mehrweg, mit Zeitstempel, Version und Zuordnung zur Einheit. Und die Fähigkeit, bei einer Behördenanfrage innerhalb von zehn Tagen die Dokumentation zu einer bestimmten Verpackung auszugeben, nicht zu allen.

Was darüber hinausgeht, und wann es sich lohnt. Recyclingfähigkeitsbewertung, Ökobilanz, Designoptimierung und Artwork-Freigabe sind keine Anforderung der Verordnung an die Konformitätserklärung 2026. Die Bewertungsmethode für die Leistungsstufen kommt erst mit dem delegierten Rechtsakt. Aber ganz ohne Bedeutung ist die Recyclingfähigkeit heute nicht: Nach § 26 VerpackDG müssen die dualen Systeme ihre Beteiligungsentgelte so gestalten, dass recyclingfähige Verpackungen und Rezyklateinsatz belohnt werden, und die Zentrale Stelle veröffentlicht dafür jährlich einen Mindeststandard, bis die EU-Methode gilt. Wer große Mengen systembeteiligungspflichtiger Verpackungen in Verkehr bringt, spart mit einer guten Bewertung heute schon Entgelte. Für diese Unternehmen ist die Bewertungstiefe der Verpackungsplattformen bares Geld. Für einen Importeur von Maschinenteilen ist sie Overhead.

Die sechs Lösungstypen

Der Markt sortiert sich nach Herkunft der Anbieter, und die Herkunft bestimmt, wofür das Werkzeug gut ist.

Spezialisierte PPWR-Werkzeuge. Für den Stichtag gebaut, schlank, in Wochen eingeführt. Stark bei Stammdaten, Lieferantenabfrage und Dokumentenerzeugung, weil sie nichts anderes tun. Ihre Grenze liegt dort, wo Verpackungsentwicklung beginnt: Wer Recyclingfähigkeit nach RecyClass, CEFLEX oder dem ZSVR-Mindeststandard bewerten will, findet hier meist nur ein Feld zum Eintragen des Ergebnisses. Beispiele: Polygon One, greenable, ppwrconnect, ppwr-doc, dpp-tool.

Verpackungsplattformen mit Bewertungstiefe. Anbieter, die schon vor der PPWR Recyclingfähigkeit bewertet haben und ihre Werkzeuge um Erklärung und EPR erweitert haben. Recyda deckt nach eigener Darstellung Bewertungen in mehr als 20 Ländern nach Normen wie RecyClass, CEFLEX, KIDV und dem ZSVR-Mindeststandard ab, ist in SAP Responsible Design and Production integriert und liefert seit Juni 2026 Vorlagen für Erklärung und Dokumentation. Packa kommt aus dem FMCG-Verpackungsmanagement und vereint Spezifikationen, Artwork-Freigabe, Compliance-Prüfung, EPR-Gebührenrechnung und Erklärungen, mit KI-gestützter Digitalisierung unstrukturierter Verpackungsdaten aus Excel, PDF und ERP-Exporten. Consust (FramesCube) führt mit einem Entscheidungsbaum zur Rolle und einem geführten Prozess bis zur Erklärung, Packaging Cockpit bewegt sich in derselben Kategorie. Diese Werkzeuge sind für Markeninhaber und Hersteller gebaut, die ihre Verpackungen selbst gestalten und Entgelte über die Recyclingfähigkeit steuern wollen. Für Importeure, die Erklärungen einsammeln statt erstellen, sind sie Overhead.

ESG-Suiten mit PPWR-Modul. Multi-Framework-Plattformen für CSRD, EUDR, Lieferkettengesetz und CO2-Bilanz, die PPWR als weiteres Modul führen. osapiens, IntegrityNext, cubemos, Coolset, carbmee, VERSO, tanso und Sunhat gehören dazu. Ihr Argument ist die eine Plattform für alles: Materialzusammensetzung und Recyclingfähigkeit fließen einmal erfasst in die CO2-Bilanz, in ESRS E5 und in den digitalen Produktpass. Ihr Preis ist ein Implementierungsprojekt, das für ein Unternehmen, das nur die Verpackungsverordnung braucht, unverhältnismäßig ist. Coolset beschreibt sein PPWR-Modul ausdrücklich für Importeure und Vertreiber mit automatisierten Erklärungsanfragen an Lieferanten und verzichtet nach eigener Angabe auf eine Recyclingfähigkeitsbewertung auf Materialebene. VERSO bindet PPWR in einen Lieferanten- und Zertifikatsmanagement-Hub ein, tanso verknüpft Verpackungs- mit Klimadaten auf Produktebene.

Dokumenten- und Nachweissammler. Werkzeuge, deren Kern die Lieferantenkampagne ist: mehrsprachig Erklärungen, Prüfberichte und Zertifikate einsammeln und daraus technische Unterlagen zusammenstellen. Certivo ist das sichtbarste Beispiel, mit zusätzlicher Überwachung von PFAS und Schwermetallen bei Lebensmittelkontakt. EPR-Meldung und Designoptimierung sind hier nicht der Fokus.

PIM- und Stammdatensysteme mit PPWR-Modul. Produktinformationssysteme, die Verpackung als Datenklasse führen und Konformitätsfunktionen aufsetzen. AtroPIM als Open-Source-Variante, Trace One und PackIntelX als etablierte Anbieter. Das Argument: Konformität ist ein Stammdatenproblem, und die Daten sollten dort leben, wo alle anderen Produktdaten leben. Das stimmt, und es ist zugleich das größte Einführungsprojekt der sechs Kategorien.

Werkzeuge der EPR-Dienstleister. Die dualen Systeme und ihre Vermittler, etwa Lizenzero, Reclay, Landbell oder ecosistant, bieten Portale für Systembeteiligung, Mengenmeldung und Bevollmächtigte in anderen Mitgliedstaaten. Sie decken die Herstellerrolle ab, nicht die Erzeugerrolle: Konformitätserklärung und technische Dokumentation sind dort in der Regel kein Thema. Wer nur registrieren und lizenzieren muss, ist hier richtig; wer erklären muss, braucht ein zweites Werkzeug.

Marktlandkarte: Die sechs Typen von PPWR-Software, eingeordnet nach Tiefe der Verpackungsbewertung und Breite der Compliance-Abdeckung
Kein Lösungstyp ist besser als ein anderer. Jeder ist für eine andere Rolle und eine andere Portfoliogröße gebaut.

Vier Käuferprofile und was zu ihnen passt

In Auswahlverfahren wiederholen sich vier Ausgangslagen. Wer sich in einer wiedererkennt, hat den Lösungstyp schon halb bestimmt.

Der Importeur oder Händler. Kauft verpackte Ware oder Verpackungen von Dritten, stellt selbst nichts her, ist für die Fremdware Importeur und für die Versandverpackung womöglich Erzeuger. Braucht: Erklärungen einsammeln, prüfen, ablegen; die Importeurangaben auf der Verpackung; für Versandkartons die eigene Erklärung; die Herstellerrolle mit Registrierung und Systembeteiligung. Braucht nicht: Recyclingfähigkeitsbewertung, Designwerkzeuge. Passt: spezialisiertes Werkzeug mit gutem Lieferantenprozess oder ein Nachweissammler, dazu ein EPR-Dienstleister für die Zielmärkte.

Der Abfüller oder Markeninhaber. Befüllt Verpackungen oder lässt sie unter eigener Marke herstellen, ist damit Erzeuger für sein gesamtes Sortiment. Braucht: Komponententiefe, Lieferantenportal mit Belegpflicht, Massenausstellung, Roadmap für 2028 und 2030. Wenn große Mengen systembeteiligungspflichtiger Verpackungen im Spiel sind, auch die Recyclingfähigkeitsbewertung für die Entgelte nach § 26 VerpackDG. Passt: spezialisiertes Werkzeug bei Fokus auf Konformität, Verpackungsplattform bei Fokus auf Entgelte und Design.

Der Verpackungshersteller. Stellt Verpackungen her und ist Erzeuger für alles, was er ohne Kundenmarke liefert, außerdem durch die Kleinstunternehmen-Regel Erzeuger für Eigenmarkenverpackungen kleiner Kunden, oft für hunderte gleichzeitig. Braucht: Massenausstellung je Verpackungstyp, Kundenzuordnung, Bereitstellung der Nachweise für Kunden, die selbst Erzeuger sind, Recyclingfähigkeit als Verkaufsargument. Passt: Verpackungsplattform oder spezialisiertes Werkzeug mit Mandanten- und Kundenlogik.

Der Konzern mit ESG-Berichterstattung. Fällt unter CSRD, hat ein CO2-Bilanzierungsprojekt, womöglich ein Lieferkettengesetz-Programm, und PPWR ist eine weitere Datenanforderung an dieselben Lieferanten. Braucht: ein Datenmodell für alles, ERP-Integration, Rollen- und Rechtekonzept über Abteilungen. Passt: ESG-Suite oder PIM mit PPWR-Modul, mit dem Bewusstsein, dass die Einführung ein Projekt ist.

Grafik: Vier Käuferprofile, ihre Kernbedarfe und der jeweils passende Lösungstyp
Importeure und Abfüller brauchen andere Werkzeuge als Verpackungshersteller und Konzerne. Die Funktionsliste sagt das nicht, die Rolle schon.

Fünf Versprechen im Faktencheck

Auf Anbieterseiten und in Vergleichsguides wiederholen sich fünf Aussagen, die beim Wort genommen nicht stimmen. Wir nennen keine Namen, weil die Formulierungen bei vielen vorkommen und weil es nicht um Anbieter geht, sondern um Ihre Erwartung.

"Automatisierte EPR-Meldung je Zielmarkt." Es gibt keine Schnittstelle zu LUCID oder zu den Registern anderer Mitgliedstaaten. Was Software kann: Mengen aggregieren, eine Meldedatei erzeugen, in Deutschland als XML nach dem Schema der Zentralen Stelle, und den Status verfolgen. Was Sie selbst tun: die Datei im Behördenportal hochladen und die Registrierung dort pflegen. Fragen Sie in der Demo: "Zeigen Sie mir, wie die Meldung bei der Behörde ankommt." Die ehrliche Antwort ist: gar nicht, Sie laden sie hoch.

"Recyclingfähigkeitsklasse nach PPWR berechnen." Die Leistungsstufen A, B und C gelten ab 2030, die Bewertungsmethode legt die Kommission erst mit dem delegierten Rechtsakt fest, der bis Anfang 2028 erwartet wird. Bis dahin ist nach dem Kommissionsleitfaden die Konformitätsbewertung zur Recyclingfähigkeit nicht durchzuführen. Was Software heute seriös kann: nach bestehenden Systemen bewerten, etwa RecyClass oder dem ZSVR-Mindeststandard, was für die Entgeltstaffelung der dualen Systeme relevant ist, und eine deklarierte Klasse speichern. Was sie nicht kann: eine Klasse "nach PPWR" berechnen. Fragen Sie: "Nach welcher Methode?" Die Antwort sollte einen Namen haben, und der sollte nicht "PPWR" lauten. Hintergrund in Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteil, Minimierung und Leerraum.

"Kennzeichnungen automatisch generieren." Die harmonisierte Sortierkennzeichnung nach Artikel 12 kommt frühestens im August 2028, und die Piktogramme legt die Kommission in einem Durchführungsrechtsakt fest, der im September 2026 noch aussteht. Ein Werkzeug, das heute "PPWR-Kennzeichnungen" erzeugt, erzeugt entweder die alten Materialnummern nach der Entscheidung 97/129/EG, die bis August 2028 weiter erlaubt sind, oder etwas, das es rechtlich noch nicht gibt. Was Software heute leisten kann: die Materialzusammensetzung je Komponente so erfassen, dass die Kennzeichnung 2028 daraus folgt, und die Kennung und Erzeugerangaben nach Artikel 15 als Druckdaten ausgeben. Details in PPWR-Kennzeichnungspflicht: Was seit dem 12.08.2026 gilt und was erst 2028 kommt.

"Jährlich abzugebende Konformitätserklärung." Die Konformitätserklärung wird je Verpackungsart ausgestellt, nicht jährlich, und nirgends abgegeben, sondern fünf beziehungsweise zehn Jahre bereitgehalten. Sie wird neu ausgestellt, wenn sich die Verpackung ändert, nicht wenn sich das Kalenderjahr ändert. Ein Werkzeug, das einen jährlichen Erklärungszyklus verkauft, verwechselt sie mit der Mengenmeldung. Fragen Sie: "Was löst eine Neuausstellung aus?" Die richtige Antwort: eine Änderung an Material, Lieferant, Rezeptur oder Rolle.

"In drei Tagen produktiv." Der Account ist in drei Tagen eingerichtet, das stimmt. Produktiv sind Sie, wenn die erste Konformitätserklärung mit vollständigen Lieferantendaten steht, und das dauert so lange, wie Ihre Lieferanten brauchen, um zu antworten: nach unserer Erfahrung vier bis acht Wochen für die erste Welle. Kein Werkzeug verkürzt das unter die Antwortzeit des langsamsten Lieferanten. Was ein gutes Werkzeug tut: die Antwortquote erhöhen, weil der Lieferant ohne Login antworten kann, und die Antworten sofort verwertbar machen. Fragen Sie nach der durchschnittlichen Zeit von Kick-off bis zur ersten Erklärung bei Bestandskunden, nicht bis zum Login.

Grafik: Fünf typische Anbieterversprechen, was davon stimmt, was nicht, und welche Frage Sie in der Demo stellen sollten
Jedes Versprechen hat einen wahren Kern und eine Formulierung, die darüber hinausgeht. Die Demo-Frage trennt beides.

Die zehn Kriterien, die in Demos untergehen

Die Funktionsliste haben alle. Die folgenden Punkte entscheiden darüber, ob das Werkzeug in zwölf Monaten noch benutzt wird.

1. Rollenabdeckung je Verpackung, nicht je Mandant. Lassen Sie sich zeigen, wie dieselbe Firma für Einheit A Erzeuger und für Einheit B Importeur ist, und was sich im Pflichtenkatalog ändert. Wenn der Anbieter nach Ihrer Rolle fragt, bevor die Demo startet, ist das ein Warnsignal.

2. Komponenten als eigene Ebene. Können Druckfarbe, Lack und Klebstoff eigene Komponenten sein? Der Schwermetallgrenzwert gilt für die Einheit samt dieser Bestandteile; ein Werkzeug, das nur das Hauptmaterial kennt, prüft den falschen Gegenstand. Details in PFAS und Schwermetalle in Verpackungen.

3. Lieferantenportal ohne Registrierungszwang. Jede Hürde senkt die Antwortquote. Ein Link, der ohne Konto funktioniert, ist Pflicht. Ebenso die Möglichkeit, dass der Lieferant die Anfrage an seinen Vorlieferanten weitergibt, ohne dass Sie das koordinieren.

4. Belegpflicht und Selbsterklärung. Kann der Lieferant eine Stoffangabe ohne Nachweis absenden? Wenn ja, ist Ihre Dokumentation nicht belastbar. Prüfbericht oder Lieferantenerklärung sollten Pflichtfeld sein, und der Lieferant sollte die Richtigkeit bestätigen müssen.

5. Umgang mit fehlenden Daten. Was steht in der technischen Dokumentation, wenn ein Wert fehlt? Richtig: "nicht erfasst". Falsch: ein leeres Feld oder ein geschätzter Wert. Lassen Sie sich eine Dokumentation mit Lücken zeigen.

6. Kein Urteil, wo die Methode fehlt. Siehe Faktencheck: deklarierte Klasse ja, berechnete "PPWR-Klasse" nein; Rezyklat-Zielhinweis ja, Konformitätsurteil nein.

7. Massenausstellung mit Vollständigkeitsprüfung. Hundert Erklärungen mit einer Unterschrift, aber nur für Einheiten mit vollständigen Daten. Winkt die Massenaktion auch unvollständige Einheiten durch, produziert sie hundert angreifbare Dokumente.

8. Behördenanfrage in zehn Tagen. Artikel 15 Absatz 10 verlangt die Vorlage innerhalb von zehn Tagen. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie die Dokumentation zu einer einzelnen Einheit als Paket exportieren, nicht als Datenbankauszug.

9. Roadmap für 2028 und 2030. Wo werden Materialzusammensetzung mit Massenanteilen, Leerraumvolumina und Rezyklatquelle heute erfasst, und wie kommen sie 2028 in die Sortierkennzeichnung? Ein Werkzeug, das nur 2026 im Blick hatte, erzeugt 2029 ein Ablöseprojekt.

10. Datenhaltung, Sicherheit, Export. Wo liegen die Daten, wer hat Zugriff, gibt es ein Audit-Log, ist der Anbieter nach ISO 27001 zertifiziert oder in Vorbereitung, und was passiert bei Kündigung? Ein vollständiger Export aller Stammdaten, Nachweise und Dokumente muss jederzeit möglich sein. Fünf Jahre Aufbewahrungspflicht überdauern jeden Softwarevertrag.

Matrix: Welche der zehn Kriterien für Erzeuger, Importeure, Vertreiber und für die Herstellerrolle entscheidend sind
Erzeuger brauchen Komponententiefe und Massenausstellung, Importeure das Einsammeln von Erklärungen, Hersteller die EPR-Funktionen. Kaum ein Unternehmen ist nur eines davon.

Anbieterübersicht

Die Tabelle beschreibt die im September 2026 sichtbaren Anbieter nach Kategorie, Rollenschwerpunkt und den Grenzen, die sich aus öffentlichen Darstellungen ergeben. Wir haben keinen dieser Anbieter selbst getestet; die Angaben stützen sich auf Anbieterseiten, Pressemitteilungen und die Vergleichsguides von AtroPIM, cubemos, Packa und Matchilla. Öffentliche Listenpreise nennt fast niemand.

AnbieterTypRollenschwerpunktStärke nach eigener DarstellungGrenzePreis öffentlich
Polygon OneSpezialisiertes WerkzeugErzeuger, Importeur, Vertreiber, je EinheitLieferantenportal ohne Login, KI-Extraktion mit Prüfung, Massenausstellung, LUCID-XML, EUDR im selben SystemKeine Recyclingfähigkeitsbewertung, keine Ökobilanz, keine DesignwerkzeugeRichtwert im Text
RecydaVerpackungsplattformMarkeninhaber, HerstellerBewertung in über 20 Ländern (RecyClass, CEFLEX, KIDV, ZSVR-Mindeststandard), SAP-Integration, PPWR Navigator mit Vorlagen seit 06/2026Für Importeure überdimensioniert; Fokus Design for RecyclingNein
PackaVerpackungsplattformFMCG-MarkeninhaberSpezifikationen, Artwork, Compliance-Prüfung, EPR-Gebühren, Erklärungen; KI-Digitalisierung aus Excel, PDF, ERPSpezifikationswerkzeug, weniger für ErklärungssammlungNein
Consust (FramesCube)VerpackungsplattformEinsteiger, MarkeninhaberEntscheidungsbaum zur Rolle, geführter Prozess bis zur Erklärung, Teil einer ESG-PlattformBewertungstiefe für Importeure unnötigNein
Packaging CockpitVerpackungsplattformHersteller, MarkeninhaberBewertung und PortfoliomanagementWie RecydaNein
osapiens, IntegrityNextESG-SuiteGroße UnternehmenPPWR neben CSRD, EUDR, LkSG; IntegrityNext mit ausgebautem Produkt-Compliance-ModulImplementierungsprojekt, ERP-Tiefe, für reine PPWR-Anwender unverhältnismäßigNein
cubemosESG-SuiteUnternehmen mit ESG-BerichterstattungVerpackungsdaten verbunden mit CO2-Bilanz, ESRS E5, digitalem ProduktpassÜberbau, wenn nur PPWR gebraucht wirdNein
CoolsetESG-SuiteImporteure, VertreiberAutomatisierte Erklärungsanfragen, EPR-Registrierung über MitgliedstaatenKeine Bewertung auf MaterialebeneNein
carbmeeESG-SuiteGroße UnternehmenPPWR auf ERP- und Beschaffungsdaten, neben Scope 3Umfangreiche ImplementierungNein
VERSO, tanso, SunhatESG-SuiteMittelstand mit ESG-BedarfLieferanten- und Zertifikatsmanagement (VERSO), Verpackungs- und Klimadaten (tanso)PPWR ist Modul, nicht KernNein
CertivoNachweissammlerAlle, die Dokumente einsammelnMehrsprachige Lieferantenkampagnen, technische Unterlagen, PFAS- und SchwermetallüberwachungEPR-Meldung und Design nicht im FokusNein
greenable, ppwrconnect, ppwr-doc, dpp-toolSpezialisierte WerkzeugeVerschiedenSchlank, schnell, auf die Erklärung fokussiertFunktionsumfang und Lieferantenprozess im Einzelfall prüfenTeils
AtroPIM, Trace One, PackIntelXPIM mit PPWR-ModulHersteller mit komplexen PortfoliosVerpackung als Stammdatenklasse; AtroPIM Open SourceGrößtes Einführungsprojekt der sechs TypenAtroPIM ja
Lizenzero, Reclay, Landbell, ecosistantEPR-DienstleisterHerstellerrolleSystembeteiligung, Mengenmeldung, Bevollmächtigte in anderen MitgliedstaatenKonformitätserklärung und Dokumentation meist nicht abgedecktTeils

Ein Muster fällt auf: Kein Anbieter deckt alle sechs Typen ab, und die meisten Unternehmen brauchen zwei. Ein spezialisiertes Werkzeug oder eine Verpackungsplattform für die Erzeugerpflichten, dazu einen EPR-Dienstleister für Systembeteiligung und Bevollmächtigte. Wer beides in einem sucht, landet bei den ESG-Suiten und bezahlt für den Rest der Suite mit.

Was PPWR-Software kostet

Zwei Personen arbeiten mit Stift, Papier und Laptops an einer Kalkulation
Der interne Aufwand steht in keinem Angebot und ist im ersten Jahr meist der größte Posten.

Drei Preismodelle dominieren, und sie skalieren unterschiedlich.

Nach Verpackungseinheiten. Eine Jahrespauschale für ein Kontingent, mit Stufen darüber. Passt zu Unternehmen mit stabilem Portfolio und schwankender Nutzerzahl. Das Modell belohnt Aufräumen: Wer 300 Varianten auf 120 echte Verpackungsarten verdichtet, zahlt weniger.

Nach Nutzern. Üblich bei ESG-Suiten und PIM-Systemen. Passt zu großen Organisationen, bestraft aber Unternehmen, die Einkauf, Qualität und Vertrieb einbinden wollen.

Nach Umsatz oder Unternehmensgröße. Bei einigen Suiten und EPR-Dienstleistern. Für PPWR wenig sachgerecht, weil der Aufwand an Verpackungsarten und Lieferanten hängt, nicht am Umsatz.

Drei Konfigurationen durchgerechnet. Die Zahlen sind Größenordnungen aus öffentlichen Angaben, der Matchilla-Spanne und unseren Gesprächen, keine Angebote.

PositionSpezialisiertes Werkzeug, 120 EinheitenVerpackungsplattform, 400 EinheitenESG-Suite, PPWR-Modul, 400 Einheiten
Lizenz Jahr 16.000 bis 12.000 €15.000 bis 35.000 €25.000 bis 60.000 €
Onboarding, Datenmigrationinklusive bis 3.000 €5.000 bis 15.000 €15.000 bis 40.000 €
ERP- oder PIM-Anbindungoptional, 0 bis 5.000 €5.000 bis 15.000 €10.000 bis 30.000 €
Interner Aufwand Jahr 115 bis 25 Personentage30 bis 60 Personentage60 bis 120 Personentage
Gesamt Jahr 1 (ohne interne Zeit)6.000 bis 20.000 €25.000 bis 65.000 €50.000 bis 130.000 €
Jahr 2 und folgende6.000 bis 12.000 €15.000 bis 35.000 €25.000 bis 60.000 €

Der interne Aufwand ist in fast jeder Rechnung der größte Posten und in fast jeder Präsentation der unsichtbarste. Rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen für die Stammdaten, vier bis acht Wochen Lieferantenkommunikation bis zur ersten Erklärung und mit der Rollenzuordnung, die niemand abnehmen kann.

Grafik: Gesamtkosten im ersten und zweiten Jahr für drei typische Konfigurationen, Lizenz, Einführung und interner Aufwand getrennt
Im ersten Jahr kostet die Einführung oft mehr als die Lizenz. Ab dem zweiten Jahr zählt nur noch die Lizenz und die Zeit, die das Werkzeug spart.

Zur ROI-Rechnung, die Sie anderswo lesen. Matchilla veröffentlicht ein Beispiel für einen Mittelständler mit 200 Beschäftigten: 25.000 Euro einmalig, 18.000 Euro jährlich, Einsparungen von 40.000 bis 60.000 Euro pro Jahr, Break-even nach neun bis zwölf Monaten. Die Rechnung ist als Denkmodell nützlich, aber zwei ihrer Posten sollten Sie nicht übernehmen. "Vermeidung von Bußgeldern" ist keine Einsparung, sondern ein Risiko, das Sie ohnehin nicht eingehen dürfen. Und "Verpackungsoptimierung bis zu 20.000 Euro" entsteht nur, wenn das Werkzeug Design und Kartongrößen optimiert, was spezialisierte Konformitätswerkzeuge nicht tun. Was bleibt, ist der eingesparte manuelle Aufwand, und der reicht bei den meisten Portfolios über 100 Einheiten, um die Lizenz eines spezialisierten Werkzeugs zu tragen. Für eine Suite reicht er nicht, dafür muss der Rest der Suite gebraucht werden.

Bei Polygon One beginnt das PPWR-Modul mit bis zu 60 Verpackungseinheiten, drei Zugängen, Onboarding und Rechtsupdates bei 5.500 Euro netto im Jahr. Größere Portfolios kalkulieren wir nach einem Gespräch, nach Verpackungseinheiten, ohne Positionen, die erst im Vertrag auftauchen.

Unsere Empfehlung

Für Unternehmen, die Verpackungen befüllen, importieren oder unter eigener Marke in Verkehr bringen und deren Aufgabe die Konformität nach der Verordnung ist, nicht die Verpackungsentwicklung, empfehlen wir Polygon One. Das ist unser Produkt, und wir begründen die Empfehlung so, dass Sie sie in der Demo prüfen können.

Die Rolle wird je Verpackungseinheit gesetzt. Erzeuger, Importeur, Vertreiber oder Bevollmächtigter, dazu die Schalter nach Artikel 21 für Eigenmarken und veränderte Verpackungen und ein getrennter Schalter für die Herstellerrolle mit Zielmärkten. Daraus entsteht je Einheit ein Pflichtenkatalog, der zeigt, was offen ist, was erledigt ist und was erst 2028 oder 2030 kommt.

Die Daten liegen auf Komponentenebene. Artikel, Verpackungseinheit und Komponente als drei Ebenen, Komponenten einmal angelegt und in beliebig vielen Einheiten wiederverwendet, Druckfarbe, Lack und Klebstoff als eigene Positionen. Stoffwerte mit Pflicht zur Nachweisgrundlage, PFAS-Felder nur bei Lebensmittelkontakt, sofortige Rückmeldung zum Schwermetallgrenzwert. Import per CSV oder Excel, ohne ERP-Projekt.

Die Lieferanten antworten ohne Login. Ein Link je Kundenbeziehung, drei Antwortwege je Position (Dokument hochladen, Formular ausfüllen, an den Vorlieferanten weitergeben), Belegpflicht für Stoffangaben, Bestätigung der Richtigkeit vor dem Absenden. Hochgeladene Prüfberichte und Datenblätter wertet die Plattform per KI aus und schlägt Werte vor, die ein Mensch prüft und übernimmt. Nachrichtenverlauf und Korrekturfreigabe inklusive.

Die Dokumente entstehen aus den Daten. Technische Dokumentation nach Anhang VII und Konformitätserklärung nach Anhang VIII je Einheit, einzeln oder als Massenaktion für alle Einheiten mit vollständigen Daten. Fehlende Angaben stehen ausdrücklich als nicht erfasst, nie als leeres Feld. Ein Cockpit zeigt die Abdeckung mit Konformitätserklärungen und den nächsten sinnvollen Schritt.

Die Herstellerrolle ist mitgedacht. Zielmärkte je Einheit steuern, in welchen Mitgliedstaaten die Plattform eine Registrierungspflicht anzeigt und den Status verfolgt. Für Deutschland erzeugt sie aus den Massen je Komponente eine Mengenmeldung als XML, validiert gegen das Schema der Zentralen Stelle, zum Hochladen in LUCID.

Wer beides hat, hat eine Plattform. Unternehmen, die neben Verpackungen auch unter die Entwaldungsverordnung fallen, weil sie Holz, Kakao, Kaffee, Kautschuk oder Soja verarbeiten, arbeiten mit denselben Artikeln, denselben Lieferanten und demselben Lieferantenportal in beiden Modulen. Für Sägewerke, Kaffeeröster, Schokoladenhersteller und Möbelbauer ist das der Unterschied zwischen einer Software und zweien.

Was Polygon One offen benennt. Die Plattform berechnet keine Recyclingfähigkeitsklasse und wird das nicht tun, bevor die Kommission die Methode festlegt; sie speichert eine deklarierte Klasse. Wer Entgelte über den ZSVR-Mindeststandard steuern will, braucht dafür eine Verpackungsplattform. Der Rezyklatanteil wird erfasst und gegen die Quote abgeglichen, ohne Urteil. Es gibt keine Behördenschnittstelle, weil es keine gibt. Und die Ausnahme für Recyclingglas beim Schwermetallgrenzwert ist noch nicht abgebildet; wer Recyclingglas einsetzt, spricht uns an.

Für wen Polygon One nicht die richtige Wahl ist. Wer Verpackungen entwickelt und Recyclingfähigkeit nach RecyClass, CEFLEX oder dem ZSVR-Mindeststandard bewerten, optimieren oder für die Entgelte einsetzen will, ist bei Recyda, Packa oder Consust besser aufgehoben. Wer eine Plattform für CSRD, Lieferkettengesetz und CO2-Bilanz sucht und PPWR nur als Baustein braucht, sollte eine ESG-Suite prüfen. Wer nur Systembeteiligung und Bevollmächtigte organisieren muss, braucht einen EPR-Dienstleister und keine Konformitätssoftware. Und wer unter 30 Verpackungseinheiten und zehn Lieferanten hat, braucht meist gar keine Software.

Der Auswahlprozess in sechs Schritten

Ein Team sitzt mit Laptops um einen Besprechungstisch
Die Auswahl gehört nicht allein in die Compliance-Abteilung. Einkauf, Qualität und IT sitzen am Ende mit am Tisch.

1. Bestandsaufnahme vor der Anbieterrecherche. Wie viele Verpackungseinheiten, wie viele Lieferanten, welche Rollen, welche Zielmärkte, welche Systeme halten heute Verpackungsdaten, und wie viele der Verpackungen sind systembeteiligungspflichtig? Die letzte Zahl entscheidet, ob die Recyclingfähigkeitsbewertung Geld wert ist.

2. Käuferprofil und Lösungstyp festlegen, dann Long List. Aus der Bestandsaufnahme folgt eines der vier Profile oben und damit der Typ. Erst dann drei bis fünf Anbieter in diesem Typ sammeln.

3. Anforderungskatalog gewichten. Die zehn Kriterien und die Funktionsliste, mit Muss und Soll und einer Gewichtung, die Ihre Rolle widerspiegelt. Der Katalog steht unten zum Herunterladen, mit einem Blatt für die Demo-Fragen.

4. Demo mit eigenen Daten. Schicken Sie jedem Anbieter vorab zwanzig echte Verpackungseinheiten mit Komponenten und drei echte Lieferanten, und lassen Sie sich genau diese zeigen. Stellen Sie die fünf Fragen aus dem Faktencheck. Eine Demo mit Musterdaten sagt nichts über Ihre Daten.

5. Pilot mit einem Lieferanten. Vier Wochen, ein Sortimentsausschnitt, ein echter Lieferant, eine echte Datenanfrage. Die Antwortquote und die Qualität der ersten Dokumentation sagen mehr als jede Referenzliste.

6. Vertrag mit Exit. Datenexport bei Kündigung, Preisbindung für die Stufen, die Sie in zwei Jahren brauchen, Rechtsupdates inklusive, und schriftlich festgehalten, was die Software nicht tut. Der letzte Punkt schützt beide Seiten.

Anforderungskatalog herunterladen

Der Bewertungsbogen enthält 42 Kriterien in sieben Bereichen, jeweils mit Muss oder Soll, einer Gewichtung, die Sie an Ihre Rolle anpassen, und Punktespalten für vier Anbieter. Die Auswertung rechnet den Erfüllungsgrad und schließt jeden Anbieter aus, der ein Muss-Kriterium nicht erfüllt, unabhängig von der Punktzahl. Ein zweites Blatt enthält 14 Fragen für die Demo, darunter die fünf aus dem Faktencheck, mit Platz für die Antworten je Anbieter.

Häufige Fragen

Brauche ich als kleines Unternehmen eine PPWR-Software?

Unter rund 30 Verpackungseinheiten und zehn Lieferanten meist nicht. Eine strukturierte Tabelle, ein Ordner und ein gutes Anschreiben reichen. Darüber wird die Pflege teurer als die Software, nur unsichtbar.

Was kostet PPWR-Software?

Aus echten Auswahlverfahren des ersten Halbjahrs 2026 berichtet Matchilla eine Spanne von 4.800 bis 84.000 Euro pro Jahr. Spezialisierte Werkzeuge liegen für kleinere Portfolios im mittleren vierstelligen Bereich, Verpackungsplattformen ab dem hohen vierstelligen Bereich, ESG-Suiten und PIM-Einführungen sind fünf- bis sechsstellige Projekte im ersten Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen PPWR-Software und einem EPR-Dienstleister?

Der EPR-Dienstleister deckt die Herstellerrolle ab: Systembeteiligung, Mengenmeldung, Bevollmächtigte. PPWR-Software deckt die Erzeugerrolle ab: Stammdaten, Lieferantendaten, technische Dokumentation, Konformitätserklärung. Die meisten Unternehmen brauchen beides.

Kann Software die Recyclingfähigkeitsklasse nach PPWR berechnen?

Nein, die Methode existiert noch nicht. Software kann nach bestehenden Systemen wie RecyClass oder dem ZSVR-Mindeststandard bewerten, was für die Entgeltstaffelung der dualen Systeme heute relevant ist, und eine deklarierte Klasse speichern.

Gibt es eine automatische EPR-Meldung an LUCID?

Nein. Es gibt keine Behördenschnittstelle. Software erzeugt eine validierte XML-Datei, die Sie im Portal der Zentralen Stelle hochladen.

Brauche ich eine ERP-Anbindung?

Für den Start nicht. Import per CSV oder Excel reicht für die meisten Portfolios. Eine Anbindung lohnt sich, wenn sich das Sortiment häufig ändert und die Stammdaten sonst auseinanderlaufen.

Woran erkenne ich ein Werkzeug, das für meine Rolle gebaut ist?

Daran, ob es die Rolle je Verpackungseinheit setzt und ob die Demo mit Ihren eigenen Daten funktioniert. Ein Erzeuger braucht Komponententiefe und Massenausstellung, ein Importeur das Einsammeln und Prüfen von Erklärungen.

Wie lange dauert die Einführung?

Der Account in Tagen, die erste Konformitätserklärung mit vollständigen Lieferantendaten in vier bis acht Wochen, weil die Lieferanten antworten müssen. Kein Werkzeug verkürzt das unter die Antwortzeit des langsamsten Lieferanten.

Warum empfiehlt Polygon One sich selbst?

Weil wir für Erzeuger, Importeure und Vertreiber gebaut haben, die Konformität nachweisen müssen, und weil wir im selben Text sagen, für wen andere Werkzeuge besser sind. Prüfen Sie die Empfehlung in einer Demo mit Ihren eigenen Daten.

Quellen und Stand: Verordnung (EU) 2025/40, insbesondere Artikel 5, 6, 12, 15, 16, 21, 38, 39, 44, 45 und 70 sowie Anhänge VII und VIII. Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz, §§ 26 und 26a. Bekanntmachung der Kommission C/2026/3084 (Leitlinien zur PPWR, Dokument C(2026) 3702). Marktzahlen und Preisspanne: Matchilla, PPWR-Software-Guide, aktualisiert 18.08.2026. Anbieterinformationen: Anbieterseiten, Pressemitteilungen von Recyda (03.11.2025, 30.06.2026) und IntegrityNext, Vergleichsguides von AtroPIM (26.06.2026), cubemos (12.08.2026) und Packa (April 2026). Die Beschreibungen der Wettbewerber beruhen auf deren eigener Darstellung, nicht auf eigenen Tests. Polygon One ist Anbieter einer der verglichenen Lösungen. Dieser Beitrag beschreibt den Stand vom September 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung.

Fotos: Kat von Wood, Luke Heibert, Mapbox, Scott Graham, alle über Unsplash.

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