
Aktualisiert am 27.09.2026: Die Passagen zu nachgelagerten Akteuren folgen jetzt der Verordnung (EU) 2025/2650 (Artikel 4 Absätze 8 bis 10 gestrichen, Pflichten nachgelagerter Akteure in Artikel 5), die Zollcodes der Revision 1 des TARIC-Dokuments der GD TAXUD vom 23. September 2026. Die geltenden Pflichten je Rolle stehen in Händler oder Marktteilnehmer? Die vier EUDR-Rollen. Am 18.10.2026 ergänzt: Einfuhr und Ausfuhr ohne Bearbeitung nach dem Wegfall der FAQ 5.22 neu eingeordnet. Am 19.10.2026 festgelegt: Für die unbearbeitete Ausfuhr selbst eingeführter Ware folgt dieser Beitrag der Antwort der BLE (Referenznummer der Einfuhrerklärung, keine zweite Erklärung).
Die Entwaldungsverordnung ist eine der wenigen Produktvorschriften der Union, die nicht nur den Weg auf den Binnenmarkt regelt, sondern auch den Weg hinaus. Wer als Marktteilnehmer relevante Erzeugnisse ausführt, braucht eine Sorgfaltserklärung, bevor die Ausfuhranmeldung abgegeben wird, und zwar unabhängig davon, wohin die Ware geht.
Maßgeblich sind drei Zollverfahren, nicht die Geografie. Die Überlassung zum zollrechtlich freien Verkehr löst die Pflichten beim Import aus, das Ausfuhrverfahren nach Artikel 269 des Zollkodex beim Export. Die Wiederausfuhr nach Artikel 270 ist nicht erfasst, und alles, was Artikel 269 ausnimmt, ebenfalls nicht, darunter die passive Veredelung.
Wer Ware wieder einführt, die zuvor aus der EU ausgeführt wurde, wird nachgelagerter Marktteilnehmer, aber nur, wenn er das frühere Inverkehrbringen und die Ausfuhr belegen kann. Ohne Nachweis gilt die Ware als erstmals eingeführt, mit voller Sorgfaltspflicht.
Für Erzeugnisse, die im Übergangszeitraum in Verkehr gebracht wurden, gibt es seit dem 23. September 2026 den Dokumentencode C718; als Nummer nennt die Kommissions-FAQ dafür die konventionelle Referenznummer 99EU9999999999.
Zwischen Import und Export unterscheidet sich fast nichts an den Pflichten, aber einiges an der Zolltechnik: zehnstellige TARIC-Codes beim Import, achtstellige KN-Codes beim Export, dieselben Dokumentencodes in beide Richtungen bis auf vier: C720 und C725 gibt es nur bei der Wiedereinfuhr, Y188 und Y196 nur bei der Ausfuhr.
Der Titel der Verordnung sagt es bereits: Sie regelt die Bereitstellung bestimmter Rohstoffe und Erzeugnisse auf dem Unionsmarkt und ihre Ausfuhr aus der Union. Artikel 3 formuliert das Verbot symmetrisch. Relevante Rohstoffe und Erzeugnisse dürfen nur dann in Verkehr gebracht, auf dem Markt bereitgestellt oder ausgeführt werden, wenn sie entwaldungsfrei sind, gemäß den einschlägigen Rechtsvorschriften des Erzeugerlandes erzeugt wurden und für sie eine Sorgfaltserklärung vorliegt.
Das ist ungewöhnlich. Die meisten Produktvorschriften, von der Spielzeugrichtlinie bis zur Verpackungsverordnung, knüpfen an das Inverkehrbringen in der Union an und lassen den Export unberührt; was den Binnenmarkt nie erreicht, unterliegt ihnen nicht. Die Entwaldungsverordnung verfolgt einen anderen Zweck. Sie soll den Beitrag der Union zur weltweiten Entwaldung verringern, und dazu zählt der Gesetzgeber auch den Handel, den Unionsunternehmen mit dem Rest der Welt treiben. Ein Sägewerk, das deutsches Holz in die Schweiz verkauft, und ein Röster, der Kaffee nach Großbritannien liefert, sind deshalb genauso Marktteilnehmer wie ein Importeur.
Für die Praxis heißt das: Die Exportabteilung ist nicht außen vor. Sie braucht dieselben Daten wie der Einkauf, und sie braucht vor der Ausfuhranmeldung die Referenznummer oder, wenn das Unternehmen nachgelagerter Ausführer ist, den Code Y188 oder Y196.
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Die Verordnung verweist für ihre Auslöser nicht auf wirtschaftliche Begriffe, sondern auf den Zollkodex. Wer die drei Verfahren auseinanderhält, hat den größten Teil dieses Themas verstanden.
Überlassung zum zollrechtlich freien Verkehr. Artikel 2 Nummer 36 verweist auf Artikel 201 des Zollkodex. Erst mit dieser Überlassung werden Nicht-Unionswaren zu Unionswaren, und erst dann gelten sie nach den Leitlinien als in Verkehr gebracht. Was in ein anderes Zollverfahren überführt wird, also Zolllager, aktive Veredelung, vorübergehende Verwendung oder Versand, ist nicht in Verkehr gebracht und unterliegt der Verordnung nicht.
Ausfuhr. Artikel 2 Nummer 37 verweist auf Artikel 269 des Zollkodex, und Nummer 39 definiert die relevanten Erzeugnisse, die den Markt verlassen, als solche, die in das Zollverfahren zur Ausfuhr übergeführt werden. Die Leitlinien präzisieren: Der Begriff bezieht sich auf Unionswaren, die aus dem Zollgebiet verbracht werden sollen, und die Ware gilt als den Markt verlassend, wenn sie im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit zur Ausfuhr angemeldet wird.
Entscheidend ist, was Artikel 269 ausdrücklich nicht erfasst, denn die Leitlinien zählen es auf. Das Ausfuhrverfahren findet keine Anwendung auf Waren, die in die passive Veredelung überführt werden, auf Waren, die nach Überführung in die Endverwendung das Zollgebiet verlassen, auf mehrwertsteuer- oder verbrauchsteuerfreie Bordvorräte für Flugzeuge und Schiffe, auf Waren im internen Versand und auf Waren, die das Zollgebiet nach Artikel 155 nur vorübergehend verlassen. Für alle diese Fälle gibt es keine Ausfuhr im Sinne der Entwaldungsverordnung und damit keine Pflicht, vor dem Grenzübertritt eine Sorgfaltserklärung abzugeben.
Wiederausfuhr. Artikel 270 des Zollkodex betrifft Nicht-Unionswaren, die das Zollgebiet wieder verlassen, ohne jemals den Status von Unionswaren erlangt zu haben, etwa aus dem Zolllager oder nach einer aktiven Veredelung. Die Leitlinien sind eindeutig: Die Wiederausfuhr fällt nicht in den Anwendungsbereich der Verordnung.
Ein Wort zur Geografie, weil sie oft mit dem Zollrecht verwechselt wird. Die Schweiz, das Vereinigte Königreich und Norwegen liegen außerhalb des Zollgebiets der Union. Lieferungen dorthin werden zur Ausfuhr angemeldet und sind deshalb Ausfuhren im Sinne der Verordnung, unabhängig davon, wie eng die Handelsbeziehung ist. Die Verordnung ist als Text von Bedeutung für den EWR gekennzeichnet; ob und wann die EWR-Staaten sie übernehmen, ändert nichts daran, dass die Ausfuhranmeldung an der Grenze zu Norwegen die Pflicht auslöst. Umgekehrt ist eine Lieferung nach Österreich oder Polen keine Ausfuhr, sondern eine Bereitstellung auf dem Unionsmarkt, für die die Weitergabe der Referenznummer nach Artikel 4 Absatz 7 genügt.
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Nach Artikel 2 Nummer 15 ist Marktteilnehmer, wer im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit relevante Erzeugnisse in Verkehr bringt oder ausführt. Der Ausführer eines Erzeugnisses, das noch keiner Sorgfaltserklärung unterlag, ist also Marktteilnehmer mit voller Sorgfaltspflicht: Informationen nach Artikel 9, Risikobewertung nach Artikel 10, Risikominderung nach Artikel 11, Erklärung vor der Ausfuhr.
Der häufigste Fall in Deutschland ist das Sägewerk oder der Holzhändler, der heimisches Holz in ein Drittland liefert. Für in der Union erzeugte Rohstoffe ist Marktteilnehmer, wer sie nach der Erzeugung vertreibt. Wird das Holz erstmals im Zuge der Ausfuhr abgegeben, ist der Ausführer der Marktteilnehmer. Weil Deutschland als Land mit geringem Risiko eingestuft ist, greift die vereinfachte Sorgfaltspflicht nach Artikel 13: Die Informationen nach Artikel 9 werden gesammelt, Risikobewertung und Risikominderung entfallen, geprüft werden Komplexität der Lieferkette, Umgehungsrisiko und Vermischungsrisiko. Die Sorgfaltserklärung ist trotzdem abzugeben.
Die Leitlinien beschreiben die Rolle ausdrücklich für den Export: Bei Ausfuhren wird die Rolle des nachgelagerten Marktteilnehmers durch die Ausfuhr eines Erzeugnisses bestimmt, für das zuvor eine Sorgfaltserklärung oder vereinfachte Erklärung übermittelt wurde, oder durch die Ausfuhr eines Erzeugnisses, das unter Verwendung solcher Erzeugnisse hergestellt wurde.
Die Verordnung (EU) 2025/2650 hat die Vereinfachungen des Artikels 4 Absätze 8 bis 10 gestrichen. Ein nachgelagerter Marktteilnehmer, der aus dem Unionsmarkt exportiert, gibt keine eigene Sorgfaltserklärung ab, unabhängig von seiner Größe, und stellt dem Zoll auch keine Referenznummer bereit; Artikel 26 Absatz 4 trifft ihn nicht. In der Ausfuhranmeldung steht stattdessen der Ausnahmecode Y188 als KMU oder Y196 als Nicht-KMU, das nach Artikel 5 Absatz 2 im Informationssystem registriert ist. Die Referenznummern der Lieferanten bleiben nach Artikel 5 Absatz 3 in den eigenen Unterlagen. Für Bestandteile, die noch keiner Erklärung unterlagen, ist die Sorgfaltspflicht in vollem Umfang zu erfüllen.
Der Röster, der Rohkaffee mit vorliegender Erklärung kauft und Röstkaffee nach Großbritannien liefert, ist also nachgelagerter Marktteilnehmer bei der Ausfuhr. In der Ausfuhranmeldung gibt er als KMU den Code Y188 an, als registriertes Nicht-KMU Y196; die Referenznummern der Lieferanten bleiben nach Artikel 5 Absatz 3 in den eigenen Unterlagen.
Wer relevante Erzeugnisse einführt und sie ohne weitere Fertigungsschritte auf dem EU-Markt verkauft, übermittelt vor dem Verkauf keine zweite Sorgfaltserklärung. In Verkehr gebracht wird die Ware mit der Überlassung zum zollrechtlich freien Verkehr, und darauf bezieht sich die Erklärung bei der Einfuhr.
Für die Ausfuhr derselben Ware gilt im Ergebnis dasselbe: keine zweite Erklärung. Fraglich ist nur, was in die Ausfuhranmeldung gehört. Die vierte Fassung der Kommissions-FAQ vom April 2025 antwortete unter 5.22, dort könne die Referenznummer der Einfuhr angegeben werden; die fünfte Fassung vom August 2026 hat die Frage gestrichen. Seitdem stehen zwei Lesarten nebeneinander. Nach den Leitlinien ist bei der Ausfuhr nachgelagerter Marktteilnehmer, wer ein Erzeugnis ausführt, für das zuvor eine Sorgfaltserklärung übermittelt wurde; dann gilt Artikel 26 Absatz 4 nicht, und Y188 oder Y196 ohne Nummer gehört in die Anmeldung. FAQ 5.6.1 stellt darauf ab, ob ein anderer das Erzeugnis zuvor in Verkehr gebracht hat; danach bleibt der Einführer bei der Ausfuhr Marktteilnehmer und stellt nach Artikel 26 Absatz 4 eine Referenznummer bereit. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat den Fall in ihren Fragen und Antworten zur EUDR (Stand 1. Oktober 2026, Frage 3.11) im Sinne der FAQ beantwortet: Wer einführt und ohne Änderung des HS-Codes ausführt, kann die für die Einfuhr erstellte Referenznummer für die Ausfuhr angeben. Für Ausfuhren aus Deutschland gehört nach Auffassung der BLE also die Referenznummer der eigenen Einfuhrerklärung in die Ausfuhranmeldung (im TARIC Dokumentencode C716); die Nummer haben Sie aus Ihrer eigenen Erklärung. Wird die Ware vor der Ausfuhr verarbeitet und ändert sich dabei der HS- oder KN-Code (FAQ 3.1.1), sind Sie nachgelagert und geben Y188 oder Y196 an (FAQ 5.6.1, Beispiel 2). Die Auskünfte der BLE sind nicht rechtsverbindlich. Klären Sie deshalb vor der ersten Ausfuhr mit Ihrer Zollstelle, ob sie die Angabe so erwartet; bei Ausfuhren aus einem anderen Mitgliedstaat fragen Sie die dort zuständige Behörde.
Unabhängig davon kann eine Erklärung mehrere Zollanmeldungen tragen, und eine Zollanmeldung kann mehrere Referenznummern enthalten (FAQ 5.20).
Zwei Erleichterungen aus der FAQ sind für Exporteure wertvoll. Erstens muss bei der Übermittlung einer Sorgfaltserklärung für die Ausfuhr das Bestimmungsland nicht eingegeben werden; bei mehreren Bestimmungsländern sind deshalb keine getrennten Erklärungen nötig. Zweitens darf, wer zum Zeitpunkt der Erklärung noch nicht weiß, welcher Teil der Ware in der EU verkauft und welcher ausgeführt wird, alles mit einer Ausfuhr-Erklärung anmelden und die Aufteilung in den eigenen Unterlagen dokumentieren. Die Aufzeichnungen sind fünf Jahre aufzubewahren und der Behörde auf Verlangen vorzulegen.
Anhang II unterscheidet nicht zwischen Import und Export, verlangt aber zwei Dinge, die gerade beim Export leicht übersehen werden. Für Erzeugnisse, die den Markt verlassen, ist die EORI-Nummer des Marktteilnehmers anzugeben. Und die Menge ist in Kilogramm Eigenmasse anzugeben, gegebenenfalls zusätzlich in der besonderen Maßeinheit des HS-Codes. Eigenmasse meint nach FAQ 7.22 das Gewicht des Erzeugnisses ohne Verpackung. Wie die Erklärung im Übrigen aufgebaut ist, steht in Sorgfaltserklärung nach der EUDR: Warum es keine Vorlage gibt, was nach Anhang II hineingehört.
Eine Pflicht, die nur beim Export existiert, steht in Artikel 4 Absatz 5: Erhält ein Marktteilnehmer neue Informationen darüber, dass ein bereits ausgeführtes Erzeugnis möglicherweise nicht konform ist, unterrichtet er die zuständige Behörde des Mitgliedstaats, der das Erzeugerland ist. Bei Inverkehrbringen wären es die Behörden der Mitgliedstaaten, in denen die Ware in Verkehr gebracht wurde.
Genauso wichtig ist, was nicht gefordert wird, weil hier Aufwand entsteht, den niemand verlangt.
Die Referenznummer gehört in die Zollanmeldung, nicht in Lieferschein, Rechnung oder Konnossement. FAQ 7.21 stellt klar, dass die Verordnung für andere Versanddokumente keine Angabepflicht enthält. Wer sie trotzdem auf die Rechnung setzt, tut es freiwillig.
Der Kunde im Drittland hat keine Pflichten aus der Verordnung. Sie gilt für Personen, die in Verkehr bringen, bereitstellen oder ausführen, und der Empfänger in Zürich oder Manchester tut nichts davon. Ob er die Referenznummer haben möchte, ist eine Frage seines Marktes, nicht der Verordnung.
Das Bestimmungsland spielt für die Sorgfaltspflicht keine Rolle. Es gibt keine Erleichterung für Ausfuhren in Länder mit eigenen Entwaldungsgesetzen und keine Verschärfung für andere.
Die Generaldirektion Steuern und Zollunion hat für die Ein- und die Ausfuhr getrennte Maßnahmen im TARIC angelegt: Maßnahmenart 776 für die Einfuhrkontrolle, 777 für die Ausfuhrkontrolle. Die Dokumentencodes sind in beide Richtungen dieselben, mit vier Ausnahmen: C720 und C725 gibt es nur bei der Wiedereinfuhr, Y188 und Y196 nur bei der Ausfuhr.
C716 belegt, dass eine Sorgfaltserklärung vorliegt; die Referenznummer wird im zugehörigen Feld angegeben. C717 steht seit der Revision vom 23. September 2026 für die vereinfachte Erklärung von Kleinst- und Kleinprimärerzeugern nach Artikel 4a; angegeben wird deren Identifikationsnummer. C720 und C725 nutzen nachgelagerte Marktteilnehmer bei der Wiedereinfuhr, C720 als registriertes Nicht-KMU, C725 als KMU; angegeben wird die Referenznummer der vorgelagerten Erklärung. Y196 und Y188 sind die Gegenstücke für die Ausfuhr durch nachgelagerte Marktteilnehmer, ohne Nummer. C718 kennzeichnet Übergangsware bei Ausfuhr und Wiedereinfuhr. Y129 erklärt, dass die angemeldete Ware nicht unter die Verordnung fällt, obwohl der Nomenklaturcode ein ex-Code aus Anhang I ist. Y132 steht für Erzeugnisse, die vor dem 29. Juni 2023 erzeugt wurden, Y133 für gebrauchte Erzeugnisse, Abfall, Rückgewinnungsprodukte und Ware aus Material am Ende seines Lebenszyklus, Y142 für nicht gewerbliche Tätigkeit, Y187 für Muster und Prüfware, Y190 für Verpackungsmaterial und Y191 für Arzneimittelvorprodukte und Begleitmaterial. Y141, der Code für Kleinst- und Kleinunternehmen mit Aufschub nach Artikel 38 Absatz 3, ist entgegen früheren Angaben weiterhin gültig und bis zum 29. Juni 2027 verwendbar.
Ein technischer Unterschied ist bei der Datenpflege wichtig: Bei der Einfuhr werden zehnstellige TARIC-Codes angemeldet, bei der Ausfuhr achtstellige KN-Codes. Alle Codes im Überblick: TARIC-Codes. Wer seinen Anhang-I-Abgleich auf zehn Stellen aufgebaut hat, muss ihn für die Ausfuhr auf acht Stellen abbilden. Wie die Prüfung gegen Anhang I funktioniert, steht in EUDR-Anhang I und Zolltarifnummern.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung fasst die deutsche Praxis zusammen: Bei der Zollanmeldung EUDR-relevanter Ware sind Referenznummer und Zolltarifnummer samt Unterlagencodierung anzugeben, und nur bei vollständiger Angabe wird der Import oder Export erlaubt. Für nachgelagerte Ausführer sind die angekündigten Codes seit dem 23. September 2026 veröffentlicht: Y188 und Y196. Wie die Referenznummer entsteht und weitergegeben wird, steht in EUDR-Referenznummer: Aufbau, Weitergabe, Zoll und Prüfnummer. Was Speditionen und Zollvertreter vor der Abgabe der Anmeldung von ihren Auftraggebern brauchen, steht in EUDR für Spediteure und Zolldienstleister.
Wer als Marktteilnehmer relevante Erzeugnisse ein- oder ausführt, muss im Informationssystem nach Artikel 33 registriert sein, nachgelagerte Marktteilnehmer nur, wenn sie keine KMU sind (Artikel 5 Absatz 2). Die Generaldirektion Steuern und Zollunion hält in ihrem TARIC-Dokument fest, dass alle Marktteilnehmer und Händler sowie ihre Bevollmächtigten, die unter die Verordnung fallende Waren ein- oder ausführen, einschließlich nachgelagerter Nicht-KMU registriert sein müssen, und dass für die Registrierung kein eigener Dokumentencode nötig ist, weil nur registrierte Nutzer überhaupt eine Sorgfaltserklärung übermitteln können. Die Registrierung ist damit die stille Voraussetzung jeder Ausfuhranmeldung mit C716. Nachgelagerte KMU brauchen sie nicht; für ihre Ausfuhr ohne Registrierung sieht dasselbe Dokument den Code Y188 vor.
Für ein Unternehmen, das bisher nur innerhalb der EU geliefert hat und erstmals als Marktteilnehmer in ein Drittland verkauft, ist das der erste Schritt, und er dauert. Der Zugang läuft über das EU-Login, die Freischaltung durch die zuständige Behörde, in Deutschland die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, nimmt Zeit in Anspruch, und ohne ihn gibt es keine Erklärung, ohne Erklärung keine Referenznummer, ohne Referenznummer keine Abfertigung.
Artikel 26 regelt, was an der Außengrenze in beide Richtungen passiert. Die Absätze 6 bis 9 gelten erst, wenn die elektronische Schnittstelle zwischen Zoll und Informationssystem nach Artikel 28 Absatz 1 eingerichtet ist; laut Verordnung muss sie bis spätestens 1. Dezember 2029 zur Verfügung stehen.
Ist die Schnittstelle eingerichtet, prüfen die Zollbehörden bei Zollanmeldungen zur Ausfuhr darüber den Status, den die zuständigen Behörden der Sorgfaltserklärung im Informationssystem zugewiesen haben. Geht aus dem Status hervor, dass das Erzeugnis vor der Ausfuhr kontrolliert werden muss, setzen die Zollbehörden die Überlassung zur Ausfuhr aus. Sie gestatten sie, wenn der Status keine Kontrolle anzeigt, wenn die Aussetzung nicht aufrechterhalten wurde oder wenn die zuständigen Behörden die Aufhebung mitteilen. Stellen die zuständigen Behörden Nichtkonformität fest, wird die Überlassung zur Ausfuhr nicht gestattet.
Absatz 10 enthält den Satz, den Exporteure kennen sollten: Die Überlassung zur Ausfuhr gilt nicht als Nachweis für die Einhaltung des Unionsrechts und insbesondere dieser Verordnung. Ein abgefertigter Container ist also kein Freibrief. Die zuständigen Behörden können die Erklärung auch nach der Ausfuhr überprüfen, und die Aufbewahrungspflicht von fünf Jahren läuft weiter.
Bis die Schnittstelle steht, gilt Absatz 5 Buchstabe a: Zoll und zuständige Behörden tauschen nach Artikel 27 Informationen aus und arbeiten zusammen, und der Zoll berücksichtigt das bei der Überlassung. Praktisch heißt das, dass die Angabe der Referenznummer mit dem richtigen Dokumentencode in der Ausfuhranmeldung der einzige Weg ist, den Vorgang glatt durchzubekommen. Stellt die zuständige Behörde in dieser Zeit ein hohes Risiko fest, kann sie die Ausfuhr selbst mit einstweiligen Maßnahmen nach Artikel 23 aussetzen.
Die Verordnung enthält in Artikel 7 eine Regel für in Drittländern niedergelassene Marktteilnehmer, die relevante Erzeugnisse in Verkehr bringen. Für die Ausfuhr ist die Frage meist schon zollrechtlich entschieden: Ausführer im Sinne des Zollkodex muss grundsätzlich eine im Zollgebiet ansässige Person sein. Kauft ein Schweizer Händler Holz bei einem deutschen Sägewerk und lässt es direkt in die Schweiz liefern, ist in der Regel das Sägewerk oder ein von ihm beauftragter Dienstleister der Ausführer, und damit auch derjenige, der die Sorgfaltserklärung abgibt und die Referenznummer in die Ausfuhranmeldung setzt. Wer die Zollanmeldung abgibt, muss die Nummer haben. Verträge, die die EUDR-Verantwortung auf den Drittlandkäufer verlagern, ändern daran nichts, weil der Käufer im Drittland keine Pflichten aus der Verordnung hat und keine Erklärung abgeben kann.
Zwei Ausnahmen, die beim Export regelmäßig gefragt werden, sind seit der Neufassung des Anhangs I im September 2026 ausdrücklich geregelt. Erzeugnismuster und Proben, die in Wert und Menge vernachlässigbar sind und nur zur Beschaffung von Aufträgen verwendet werden können, sind nach der neuen Anmerkung 5 zu Anhang I ausgenommen, ebenso Erzeugnisse, die Prüfungen, Analysen oder Versuchen unterzogen werden und dabei verbraucht oder vernichtet werden. Ein Musterkoffer mit Furnierproben braucht keine Erklärung; in der Zollanmeldung steht dafür der Code Y187. Und was nicht im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit ausgeführt wird, unterliegt der Verordnung nicht; dafür steht in der Zollanmeldung der Code Y142. Die Grenze zwischen Muster und Kleinlieferung zieht die Behörde im Einzelfall, und eine Palette Schnittholz ist kein Muster, auch wenn sie so heißt.
Die Wiederausfuhr nach Artikel 270 des Zollkodex ist der wichtigste Fall, in dem die Verordnung nicht greift, und der am häufigsten missverstandene. Sie betrifft Nicht-Unionswaren, die das Zollgebiet verlassen, ohne jemals zum freien Verkehr überlassen worden zu sein.
Zolllager. Kakaobutter, die in Rotterdam eingelagert und von dort nach Ägypten weiterverkauft wird, ohne je zum freien Verkehr überlassen worden zu sein, unterliegt der Verordnung nicht. Die Generalzolldirektion hat das in ihrem Web-Seminar vom Oktober 2025 ausdrücklich bestätigt: Erst die Überführung aus dem Zolllager in den freien Verkehr ist das EUDR-relevante Verfahren; sollen die Zolllagerwaren wiederausgeführt werden, bleibt es bei der Wiederausfuhr nach Artikel 270.
Versand und Transit. Ware, die im Versandverfahren durch die EU läuft, ist nicht in Verkehr gebracht. Das Versanddokument T1 muss nach Auskunft der Generalzolldirektion keine Informationen zur Sorgfaltspflicht enthalten.
Aktive Veredelung. Nicht-Unionswaren, die zur Bearbeitung eingeführt und danach als Veredelungserzeugnis wiederausgeführt werden, durchlaufen weder die Überlassung zum freien Verkehr noch die Ausfuhr nach Artikel 269. Beide Auslöser fehlen, die Verordnung greift nicht. Sobald aber ein Teil der Veredelungserzeugnisse in den freien Verkehr überführt wird, gilt für diesen Teil die volle Einfuhrlogik.
Freizonen. Waren im Freizonenverfahren gelten als nicht zum freien Verkehr überlassen und sind entsprechend zu behandeln.
Eine Warnung gehört dazu. Die Generalzolldirektion hat im selben Seminar darauf hingewiesen, dass die Behörden ein Auge auf Gestaltungen haben, die Ware nach dem Anwendungsbeginn in besondere Verfahren schleusen, um die Anwendung der Verordnung zu umgehen. Wer ein Zolllager nutzt, weil seine Ware tatsächlich für Drittländer bestimmt ist, ist auf der sicheren Seite. Wer es nutzt, um Ware ohne Sorgfaltserklärung in der EU zu parken, bis eine Lücke gefunden ist, sollte damit rechnen, dass die Überführung in den freien Verkehr genau geprüft wird.

Die Wiedereinfuhr ist der Fall, für den die Verordnung selbst keine Vorschrift enthält, die Kommission aber in ihrer FAQ eine ausführliche Regel entwickelt hat. Sie ist praktisch wichtiger, als sie klingt: Rücksendungen aus dem Vereinigten Königreich, Rückwaren nach abgelehnter Lieferung, Ware, die zur Bearbeitung ins Ausland ging, und Erzeugnisse, die ein Drittlandhändler aus EU-Vormaterial fertigt und zurückverkauft.
Wer ein Erzeugnis, das zuvor aus dem EU-Markt ausgeführt wurde, wieder einführt und zum freien Verkehr überlässt, gilt nach FAQ 5.4 als nachgelagerter Marktteilnehmer. Die Pflichten hängen von der Größe ab.
Ist der Wiedereinführer nachgelagerter Marktteilnehmer, gibt er keine eigene Sorgfaltserklärung ab. Er meldet die Referenznummern an, die er von seinen Lieferanten erhalten hat, mit dem Dokumentencode C725 als KMU oder C720 als Nicht-KMU, das im Informationssystem registriert ist.
Eine eigene Erklärung mit Verweis auf die vorgelagerten Nummern, wie sie Artikel 4 Absatz 9 früher von Nicht-KMU verlangte, gibt es seit der Verordnung (EU) 2025/2650 nicht mehr; Nicht-KMU müssen sich stattdessen nach Artikel 5 Absatz 2 registrieren.
Das gilt auch, wenn das wieder eingeführte Erzeugnis relevante Erzeugnisse enthält, die zuvor in der EU in Verkehr gebracht wurden. Die FAQ nennt das Beispiel, das die Systematik erklärt: Kakaobohnen werden aus der EU in ein Drittland ausgeführt, dort zu Schokolade verarbeitet, und die Schokolade wird in der EU zum freien Verkehr überlassen. Der Wiedereinführer ist nachgelagerter Marktteilnehmer für die Kakaobohnen, die bereits einer Erklärung unterlagen. Für Bestandteile, die zuvor nicht der Sorgfaltspflicht unterlagen, etwa Zucker ist irrelevant, aber zugesetztes Palmöl aus dem Drittland wäre es, muss die Sorgfaltspflicht in vollem Umfang erfüllt und eine Erklärung übermittelt werden.
Hier liegt der Punkt, der über Erfolg oder Misserfolg einer Wiedereinfuhr entscheidet. Er steht seit der fünften Auflage der FAQ in Frage 5.4, englisch und in der amtlichen deutschen Übersetzung; die deutsche Fassung V1.4 enthielt ihn noch nicht.
Der Wiedereinführer gilt nur dann als nachgelagerter Marktteilnehmer, wenn er den zuständigen Behörden auf Verlangen belegen kann, dass das eingeführte Erzeugnis tatsächlich zuvor auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht und von dort ausgeführt wurde, und zwar bevor die Überlassung zum freien Verkehr erfolgt. Fehlt dieser Nachweis, gilt das Erzeugnis als erstmals in die EU eingeführt, und der Marktteilnehmer muss die Sorgfaltspflicht erfüllen und eine vollständige Sorgfaltserklärung übermitteln.
Als Belege nennt die Kommission Zollanmeldungen, Verträge, auch zwischen anderen Parteien, Bestellunterlagen, Frachtbriefe einschließlich CMR, Konnossemente, Lieferscheine, Luftfrachtbriefe, Rechnungen und jede andere glaubwürdige Unterlage, die sich unmittelbar dem betreffenden Erzeugnis zuordnen lässt.
Das ändert die Vorbereitung grundlegend. Wer regelmäßig mit Rücksendungen oder Rückwaren rechnet, muss die Ausfuhrunterlagen so ablegen, dass sie einer konkreten Ware zugeordnet werden können, nicht einer Lieferbeziehung. Eine Rechnung, aus der nicht hervorgeht, welche Charge sie betrifft, belegt nichts.
Die passive Veredelung ist der Fall, bei dem zwei zollrechtliche Aussagen zusammenkommen, die je für sich richtig sind und zusammen ein ungewohntes Ergebnis ergeben.
Erstens: Beim Verbringen in die passive Veredelung gibt es keine Ausfuhr im Sinne der Verordnung, weil Artikel 269 des Zollkodex das Verfahren vom Ausfuhrbegriff ausnimmt. Wer Möbelteile aus Buche zur Oberflächenbehandlung nach Serbien schickt, gibt beim Verlassen der EU keine Sorgfaltserklärung ab und keine Referenznummer in einer Ausfuhranmeldung an.
Zweitens: Bei der Rückkehr werden die Veredelungserzeugnisse zum freien Verkehr überlassen, in Deutschland mit dem Verfahrenscode 6121. Damit liegt eine Wiedereinfuhr vor, und die Regel aus FAQ 5.4 greift: nachgelagerter Marktteilnehmer, sofern das frühere Inverkehrbringen belegt werden kann, mit den Referenznummern der ursprünglichen Erklärung und dem Code C725 oder C720. Werden im Drittland relevante Bestandteile hinzugefügt, etwa Furnier aus lokalem Holz, unterliegen diese der vollen Sorgfaltspflicht.
Die Konsequenz ist unbequem, aber eindeutig: Die passive Veredelung erspart die Erklärung beim Hinweg, nicht beim Rückweg. Und der Nachweis des früheren Inverkehrbringens ist bei der passiven Veredelung leicht zu führen, weil die Bewilligung und die Anmeldung zur passiven Veredelung selbst die Ware identifizieren.
Ein Kunde in Großbritannien lehnt eine Lieferung Schnittholz ab und schickt sie zurück. Zollrechtlich sind das Rückwaren, für die Abgabenfreiheit beantragt werden kann. Für die Verordnung ist es eine Wiedereinfuhr wie jede andere: Überlassung zum freien Verkehr, Rolle als nachgelagerter Marktteilnehmer, Nachweis des früheren Inverkehrbringens über die eigene Ausfuhranmeldung, Angabe der Referenznummer der ursprünglichen Erklärung. Für ein Sägewerk mit gepflegter Zollakte ist das ein Verwaltungsvorgang. Für ein Unternehmen, das Ausfuhranmeldungen nicht der Ware zuordnen kann, ist es eine vollständige Sorgfaltspflicht für Holz, das es selbst geschlagen hat.
Für Erzeugnisse, die ursprünglich während des Übergangszeitraums in Verkehr gebracht wurden, also zwischen dem Inkrafttreten am 29. Juni 2023 und dem Tag vor dem jeweiligen Anwendungsbeginn, hat die Kommission eine gebräuchliche Referenznummer bekannt gegeben, die in der Zollanmeldung zur Ausfuhr oder Wiedereinfuhr verwendet werden kann. Sie lautet 99EU9999999999; seit dem 23. September 2026 steht dafür der Dokumentencode C718 im TARIC. Sie ersetzt keine Sorgfaltserklärung für neue Ware, sondern kennzeichnet Ware, für die nach Artikel 38 keine Erklärung abzugeben war. Die zuständigen Behörden werden über die Verwendung informiert und können nachprüfen.
Wer also Holz, das 2025 in Verkehr gebracht wurde, im Frühjahr 2027 ausführt oder ein im Übergangszeitraum in Verkehr gebrachtes Erzeugnis nach einer Rücksendung wieder einführt, verwendet diese Nummer und hält Belege für das Datum des ursprünglichen Inverkehrbringens bereit.

Die Exportabteilung ausklammern. Die Verordnung gilt für Ausfuhren, und wer als Marktteilnehmer ausführt, braucht die Referenznummer vor der Ausfuhranmeldung; nachgelagerte Ausführer melden stattdessen Y188 oder Y196 an. Wer erst am Zoll merkt, dass keine Erklärung existiert, hat einen Container, der nicht abgefertigt wird.
Ausfuhr und Wiederausfuhr verwechseln. Nur die Ausfuhr nach Artikel 269 ist erfasst. Zolllagerware, die das Zollgebiet als Nicht-Unionsware verlässt, braucht keine Erklärung.
Die passive Veredelung als Ausfuhr behandeln. Beim Hinweg gibt es keine Ausfuhr im Sinne der Verordnung. Beim Rückweg sehr wohl eine Wiedereinfuhr.
Die Wiedereinfuhr ohne Nachweis angehen. Ohne Beleg für das frühere Inverkehrbringen ist die Rücksendung eine Ersteinfuhr mit voller Sorgfaltspflicht, auch für eigene Ware.
Für jeden Zielmarkt eine eigene Erklärung anlegen. Das Bestimmungsland wird nicht abgefragt. Eine Erklärung reicht für alle Ziele, solange Menge und Jahresfrist eingehalten werden.
Nach der Einfuhr noch einmal erklären. Wer unbearbeitet in der EU weiterverkauft oder ausführt, braucht keine zweite Erklärung. Bei der Ausfuhr gehört nach Auffassung der BLE (Frage 3.11) die Referenznummer der Einfuhrerklärung in die Anmeldung (im TARIC Dokumentencode C716); nach den Leitlinien lässt sich der Fall auch als nachgelagerte Ausfuhr mit Y188 oder Y196 lesen. Vor der ersten Ausfuhr mit der Zollstelle klären, welche Angabe sie erwartet.
Zehn Stellen beim Export anmelden. Bei der Ausfuhr gelten achtstellige KN-Codes. Der Anhang-I-Abgleich muss beides können.
Die Übergangsware vergessen. Bestand aus der Zeit vor dem Anwendungsbeginn bekommt die Universalnummer, nicht eine nachträglich erstellte Erklärung.
Polygon One führt Bestellungen mit Verknüpfung zu den zugehörigen Sorgfaltserklärungen und exportiert sie für die Zollabfertigung, die interne Dokumentation oder die Vorlage bei Behörden. Der Export enthält je Erklärung die offizielle Referenznummer aus dem EU-Informationssystem, die Prüfnummer für die Zollabfertigung und den Status. Damit hat die Exportabteilung, was sie für die Ausfuhranmeldung braucht, ohne in einem zweiten System zu suchen.
Ausgehende Artikel lassen sich mit ihren eingehenden Vormaterialien verknüpfen; verknüpfte Erklärungen, auch externe von Lieferanten, werden für die ausgehende Rückverfolgbarkeit berücksichtigt. Das ist die Grundlage für die Unterlagen, die ein nachgelagerter Marktteilnehmer bei der Ausfuhr nach Artikel 5 Absatz 3 führt, und für den Nachweis bei einer späteren Wiedereinfuhr. Die Einreichung läuft über die Anbindung an das Informationssystem, Referenz- und Prüfnummer kommen zurück und bleiben an der Bestellung.
Was die Plattform nicht tut: Ihre Zollanmeldung abgeben, entscheiden, ob ein Vorgang Ausfuhr oder Wiederausfuhr ist, oder die Belege für eine Wiedereinfuhr für Sie sortieren. Das bleibt bei Ihnen und Ihrem Zolldienstleister. Wenn Sie sehen möchten, wie Bestellungen, Erklärungen und Zollnummern zusammenhängen, buchen Sie eine Demo oder lesen Sie weiter auf der Produktseite zum EUDR-Modul.
Vier Seiten für Exportabteilung und Zolldienstleister: die drei Zollwege mit den Ausnahmen des Artikels 269, der Entscheidungsbaum für die Wiedereinfuhr, die Dokumentencodes bei Ein- und Ausfuhr und die zehn Konstellationen aus diesem Beitrag als Vergleichsfälle.
Ja. Artikel 3 verbietet das Ausführen relevanter Erzeugnisse ohne Sorgfaltserklärung. Die Referenznummer muss in der Ausfuhranmeldung angegeben werden, außer bei nachgelagerten Marktteilnehmern, die Y188 oder Y196 angeben.
Ja, wenn Sie bei der Ausfuhr Marktteilnehmer sind. Beide liegen außerhalb des Zollgebiets der Union, Lieferungen dorthin sind Ausfuhren nach Artikel 269 des Zollkodex. Haben Sie die Ware selbst eingeführt und unverändert gelassen, genügt nach Auffassung der BLE die Erklärung der Einfuhr. Nachgelagerte Marktteilnehmer geben keine eigene Erklärung ab, sondern Y188 oder Y196 in der Ausfuhranmeldung.
Nein. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beantwortet genau diesen Fall in ihren Fragen und Antworten zur EUDR (Stand 1. Oktober 2026, Frage 3.11): Wer relevante Erzeugnisse einführt und ohne Änderung des HS-Codes wieder ausführt, kann in der Ausfuhranmeldung die Referenznummer seiner Einfuhrerklärung angeben. Dort steht sie mit dem Dokumentencode C716. Die BLE stützt sich auf FAQ 5.6.1, nach der Sie bei der Ausfuhr Marktteilnehmer bleiben, weil kein anderer die Ware vor Ihnen in Verkehr gebracht hat. Nach den Leitlinien der Kommission lässt sich der Fall auch als nachgelagerte Ausfuhr mit Y188 oder Y196 ohne Nummer lesen. Klären Sie vor der ersten Ausfuhr mit Ihrer Zollstelle, ob sie die Angabe so erwartet; bei Ausfuhren aus einem anderen Mitgliedstaat fragen Sie die dort zuständige Behörde.
Ausfuhr nach Artikel 269 betrifft Unionswaren und ist von der Verordnung erfasst. Wiederausfuhr nach Artikel 270 betrifft Nicht-Unionswaren, etwa aus dem Zolllager, und ist nicht erfasst.
Als Wiedereinfuhr. Sie gelten als nachgelagerter Marktteilnehmer, wenn Sie das frühere Inverkehrbringen und die Ausfuhr belegen können. Ohne Nachweis ist es eine Ersteinfuhr mit voller Sorgfaltspflicht.
Nicht beim Verbringen ins Drittland, weil die passive Veredelung keine Ausfuhr nach Artikel 269 ist. Bei der Rückkehr liegt eine Wiedereinfuhr vor, für die die Regeln der nachgelagerten Marktteilnehmer gelten.
Die von der Kommission bekannt gegebene Universalnummer für Erzeugnisse, die im Übergangszeitraum in Verkehr gebracht wurden. Sie wird bei deren Ausfuhr oder Wiedereinfuhr in der Zollanmeldung verwendet; seit dem 23. September 2026 gehört dazu der Dokumentencode C718.
Nein. Die Verordnung verlangt sie in der Zollanmeldung. Für andere Versanddokumente gibt es keine Angabepflicht.
Nein. Das Bestimmungsland wird bei der Ausfuhr-Erklärung nicht abgefragt.
Dieselben wie beim Import, bis auf vier: Y188 und Y196 gibt es nur bei der Ausfuhr, C720 und C725 nur bei der Wiedereinfuhr. Bei der Ausfuhr gelten also C716 für die eigene Erklärung, C717 für die vereinfachte Erklärung von Kleinst- und Kleinprimärerzeugern, Y188 oder Y196 für nachgelagerte Ausführer, C718 für Übergangsware, Y129 für nicht erfasste ex-Positionen, Y132, Y133, Y141, Y142, Y187, Y190 und Y191 für die übrigen Ausnahmen. Angemeldet wird mit achtstelligem KN-Code.
Quellen und Stand: Verordnung (EU) 2023/1115 in der Fassung der Verordnung (EU) 2025/2650, Artikel 1, 2 Nummern 15 bis 18 und 36 bis 39, Artikel 3, 4, 13, 26 und 38 sowie Anhang II. Leitlinien der Kommission, ABl. C/2026/3896, Abschnitt 1 Buchstabe c und Abschnitt 2 Buchstabe c. Kommissions-FAQ zur EUDR, Fragen 3.1.1, 5.4, 5.5, 5.6.1, 5.19 bis 5.21, 7.20 bis 7.22 und 9.2, fünfte Auflage in der Fassung vom August 2026, englisch und in der amtlichen deutschen Übersetzung; Frage 5.22 nur in der Fassung V1.4, in der fünften Auflage gestrichen. TARIC-Dokument der Generaldirektion Steuern und Zollunion zur EUDR, Revision 1 vom 23. September 2026. Benutzerhandbuch des EUDR-Informationssystems, Version 3.0 vom 16. September 2026. Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Fragen und Antworten zur EUDR (Stand 1. Oktober 2026), Frage 3.11, und Themenseite Zollanmeldung. Generalzolldirektion, Web-Seminar „Die EUDR und der Zoll" vom 16. Oktober 2025. Verordnung (EU) Nr. 952/2013, Artikel 155, 201, 269 und 270. Dieser Beitrag beschreibt den Rechtsstand vom Oktober 2026 und ersetzt keine Rechts- oder Zollberatung.
Fotos: Bent Van Aeken, Bernd Dittrich, Pickawood, alle über Unsplash.
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