
Wer sich im Herbst 2025 auf die EU-Entwaldungsverordnung vorbereiten wollte, brauchte starke Nerven und idealerweise eine Glaskugel. Denn während Unternehmen längst damit beschäftigt waren, Lieferketten zu digitalisieren, Geodaten zu sammeln und Lieferanten zu schulen, wurde in Brüssel weiter darüber diskutiert, ob und für wen das alles überhaupt schon gelten sollte.
Ende September ließ EU-Kommissarin Jessika Roswall erstmals durchblicken, dass die EUDR womöglich noch einmal um zwölf Monate verschoben wird. Als Grund galt die Überlastung des Informationssystems TRACES. Kurz darauf, Ende Oktober, folgte die offizielle Vorlage der EU-Kommission, von der groß angekündigten Verschiebung für alle Beteiligten war darin nicht mehr viel zu sehen.
Mit anderen Worten: Der Vorschlag bedeutete, dass die EUDR nur für kleine und Mikrounternehmen verschoben werden sollte. Für große und mittlere Unternehmen wäre alles beim ursprünglichen Zeitplan geblieben: Start am 30. Dezember 2025. Wer genauer hinschaute, erkannte jedoch auch die lautstark kommunizierten Forderungen nach einer Null-Risiko-Kategorie und dem First-Touch-Prinzip, zumindest in Ansätzen.
Der Vorschlag stand umgehend unter Druck: Mehrere Mitgliedstaaten und ihre Agrarminister setzten sich dafür ein, alle Unternehmen später und realistischer starten zu lassen. Beim Treffen des EU-Agrarrats in Luxemburg wurde der Unmut deutlich zur Sprache gebracht.

Für die Präsentation des Vorschlags im Parlament standen die Plenartage vom 12. bis 13. November, 24. bis 27. November und 15. bis 18. Dezember zur Verfügung. Fest stand damals nur eines: Ohne Einigung wäre die EUDR exakt wie geplant anwendbar geworden, mit allen Pflichten, innerhalb weniger Wochen.
Rückblickend wissen wir: Die Einigung kam. Wie es weiterging, lesen Sie im Artikel zur Parlamentsabstimmung vom 27. November 2025.
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