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EUDR-Journal · Praxis

EUDR-Software 2026: 14 Anbieter im Vergleich und welche zu Ihrer Rolle passt

· Aktualisiert · Lesezeit ca. 41 Min. · Von

EUDR-Software hilft Unternehmen, die Sorgfaltspflicht nach der EU-Entwaldungsverordnung zu erfüllen: Angaben und Geodaten der Lieferanten einsammeln, Flächen per Satellit und Nachweise auf Legalität prüfen, die Sorgfaltserklärung an das EU-Informationssystem TRACES übermitteln und alle Nachweise fünf Jahre für Kontrollen bereithalten. Welche Software Sie brauchen, hängt zuerst von Ihrer Rolle ab. Importeure und andere Marktteilnehmer mit laufenden Sendungen brauchen meist eine Plattform mit Anbindung an das Informationssystem, nachgelagerte Unternehmen vor allem eine saubere Ablage der Referenznummern, Kleinst- und Kleinprimärerzeuger aus Ländern mit geringem Risiko in der Regel keine eigene Software.

Dieser Vergleich ordnet 14 Anbieter von EUDR-Software nach dreizehn prüfbaren Kriterien ein, von der direkten Übermittlung an TRACES bis zum öffentlichen Einstiegspreis. Er zeigt, was die Anbieter öffentlich zu ihren Preisen sagen und für welche Unternehmen wir Polygon One empfehlen. Der Markt ist unübersichtlich: Der Vermittler Matchilla zählt über 38 EUDR-Softwareanbieter im deutschsprachigen Raum (Stand Ende Juni 2026), von Konzernplattformen mit eigener Satellitenanalyse bis zu Branchenlösungen für einzelne Rohstoffe.

Transparenzhinweis. Dieser Vergleich stammt von Polygon One, einem der verglichenen Anbieter. Alle Angaben zu anderen Anbietern beruhen ausschließlich auf deren öffentlicher Dokumentation, abgerufen am 29. September 2026, die Quellen finden Sie am Ende des Artikels. Wo wir keine öffentliche Angabe gefunden haben, steht das so in der Tabelle, es bedeutet nicht, dass die Funktion fehlt. Polygon One bewerten wir nach demselben Maßstab: was auf polygon-one.com öffentlich beschrieben ist. Empfehlungen sind unsere Einschätzung als Anbieter. Korrekturen nehmen wir gerne entgegen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Zuerst zählt die Rolle: Nur Marktteilnehmer reichen Sorgfaltserklärungen ein, nachgelagerte Unternehmen erfassen und prüfen Referenznummern. Ihre Rolle klärt der kostenlose EUDR-Check in zwei Minuten.
  • Für mittelständische Importeure mit 10 bis 500 Lieferanten und für Hersteller mit EUDR- und PPWR-Pflichten empfehlen wir Polygon One. Das ist unsere Einschätzung als Anbieter. Nach seiner öffentlichen Beschreibung erfüllt Polygon One elf der dreizehn Kriterien; offen sind die Prüfung fremder Erklärungen gegen das Informationssystem und eine öffentlich beschriebene Bewertungsmethodik.
  • Konzerne mit SAP-Landschaft und mehreren Gesellschaften finden passende Lösungen bei osapiens, IntegrityNext oder PwC, Rohstoffhändler mit zehntausenden Kleinbauern und eigener GIS-Abteilung bei Sourcemap, LiveEO, Satelligence oder Orbify, Holzbetriebe bei Compliance Compass oder Polygon One und Unternehmen mit bestehendem Lieferkettenrisiko-Monitoring bei Prewave.
  • Zehn der 14 Anbieter nennen Preise nur auf Anfrage. Öffentliche Preise gibt es bei LiveEO (TradeAware Lite kostenlos, Professional 3.990 Euro pro Jahr), bei PwC (Suite ab 990 Euro netto im Monat) und bei Polygon One für das kleinste Paket, teilweise bei Simvia.
  • Die Kontrollbehörde hat im September 2026 gesagt, worauf sie bei Tools achtet: Ein Risikowert ohne nachvollziehbaren Rechenweg genügt nicht, und die herangezogenen Unterlagen müssen dem Kunden offenstehen. Zehn Fragen für die Demo stehen weiter unten.
  • Mit wenigen Lieferanten geht es auch ohne Software: Sorgfaltserklärungen lassen sich von Hand im Informationssystem einreichen, Vorlagen und freie Werkzeuge helfen bei der Datensammlung.
Laptop auf einem Sofa zeigt ein Analyse-Dashboard mit Diagrammen und Kennzahlen

Was EUDR-Software 2026 leisten muss

Die EU-Entwaldungsverordnung (Verordnung (EU) 2023/1115) gilt ab dem 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen sowie für Kleinst- und Kleinunternehmen im Holzbereich, ab dem 30. Juni 2027 für die übrigen Kleinst- und Kleinunternehmen. Mit der Verordnung (EU) 2025/2650 wurde das Rollenmodell grundlegend vereinfacht. Nur noch vorgelagerte Marktteilnehmer, also Importeure, Erstinverkehrbringer und Exporteure, erfüllen die vollständige Sorgfaltspflicht und reichen Sorgfaltserklärungen (DDS) im EU-Informationssystem ein. Nachgelagerte Marktteilnehmer und Händler erfassen und dokumentieren Referenznummern. Kleinst- und Kleinprimärerzeuger geben eine einmalige vereinfachte Erklärung ab. Wie das Informationssystem selbst funktioniert, haben wir in unserem Artikel zum EUDR Informationssystem beschrieben.

Für die Softwareauswahl heißt das: Ein Tool, das nur Sorgfaltserklärungen erzeugt, deckt den Prozess nicht ab. Die Verordnung verlangt in den Artikeln 9 bis 12 einen dokumentierten Ablauf aus Informationssammlung, Risikobewertung, Risikominderung und jährlich überprüfter Sorgfaltspflichtregelung, dazu fünf Jahre Aufbewahrung aller Nachweise. Die Sorgfaltserklärung ist nur das Ergebnis am Ende.

Pflicht nach der EUDRWas die Software dafür können muss
Betroffenheit klären (Anhang I)Artikel automatisch anhand des HS-Codes einstufen, Änderungen des Anhangs nachziehen
Informationssammlung (Art. 9)Geodaten, Dokumente und Lieferantenangaben strukturiert erfassen, Lieferanten ohne Hürden einbinden
Risikobewertung (Art. 10)Entwaldungsrisiko per Satellitenauswertung, Legalitätsrisiko per Dokumenten und Fragebogen, Länderrisiko nach EU-Benchmarking
Risikominderung (Art. 11)Befunde nachvollziehbar bearbeiten, Nachweise anfordern, Entscheidungen dokumentieren
Sorgfaltserklärung (Art. 4, Art. 33)Direkte Anbindung an das Informationssystem, Referenz- und Prüfnummer automatisch abrufen, Status verfolgen
Nachgelagerte Pflichten (Art. 5)Referenznummern der Lieferanten erfassen, gegen das Informationssystem prüfen, mit eigenen Verkaufsartikeln verknüpfen
Dokumentation und Kontrolle (Art. 12)Audit-Log, Berichte, Exportpaket für Behörden, fünf Jahre Aufbewahrung
Zoll (Art. 26)Referenznummer rechtzeitig vor der Zollanmeldung verfügbar, Mengen gegen die Erklärung verfolgen

Was die Kontrollbehörde von EUDR-Tools erwartet

Die Anforderungen oben stehen in der Verordnung. Interessanter ist, was die Behörde sagt, die ab dem 30. Dezember 2026 kontrolliert. Am 24. September 2026 hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ein Web-Seminar gehalten, das sich ausdrücklich an Anbieter von EUDR-Tools richtete. Der Vortrag von Dr. Andreas Schäfer ist öffentlich abrufbar und hatte Mitte Oktober 265 Aufrufe. Die folgenden Punkte sind sinngemäß zusammengefasst.

Die Methodik muss offengelegt werden. Das ist die Botschaft, die der Vortrag immer wieder aufgreift. Das Beispiel dazu: Ein Tool prüft die Legalitätsanforderungen eines Erzeugerlands und gibt 8,2 auf einer Skala bis 10 aus, alles über 7 gilt als konform, dazu ein grüner Haken. Die Behörde sieht das Ergebnis und fragt, was dahinter passiert ist. Welche Gesetze wurden ausgewertet? Welche Dokumente gesichtet? Worauf beruht die Zahl? Numerische Punktwerte und Ergebnisübersichten genügen nach Aussage der BLE für sich genommen nicht. Verlangt wird der Rechenweg.

Die herangezogenen Unterlagen gehören zum Kunden. Bewertet ein Toolanbieter die Legalität, sind die dafür verwendeten Unterlagen zu benennen und dem Marktteilnehmer zur Einsicht bereitzustellen. Der Einwand des geistigen Eigentums kam im Vortrag zur Sprache, die Antwort blieb dieselbe: Die Mitteilung des Ergebnisses allein reicht nicht.

Satellitenauswertungen brauchen ihre Grundlage mit. Werden Satellitendaten zum Nachweis der Entwaldungsfreiheit verwendet, müssen neben den Ergebnissen die Datengrundlage, die Methodik und die Validierung nachvollziehbar dargestellt werden.

Maßstab ist der Prüfer. Das Bewertungsschema muss transparent sein und in schlüssigem Zusammenhang mit der Risikobewertung stehen. Die Messlatte, die die BLE anlegt: Ein Prüfer soll den Weg nachvollziehen und im besten Fall zum selben Ergebnis kommen.

Die Verantwortung bleibt beim Unternehmen. Kontrolliert wird nicht das Tool, sondern der Marktteilnehmer. Eine Unzulänglichkeit des Dienstleisters fällt auf das Unternehmen zurück, die rechtliche Verantwortlichkeit lässt sich nicht auslagern. Das ist der Grund, warum diese Fragen vor dem Vertrag gestellt werden sollten und nicht bei der ersten Kontrolle.

Daneben nannte der Vortrag die Schwächen, die der Behörde bisher begegnet sind: Angaben, die einem überholten Stand von Leitlinien und FAQ folgen. Systeme entlang der Lieferkette, die nicht miteinander kommunizieren, sodass die Weitergabe von Daten hängt. Berichte ohne wiederkehrendes Format, die sich über die Zeit nicht vergleichen lassen. Vorgelegte Dokumente, bei denen kein Bezug zur EUDR erkennbar war, denn das bloße Zitieren eines Dokuments genügt nicht, es muss erläutert werden, inwiefern es die Anforderungen erfüllt. Sorgfaltserklärungen, in denen nicht für alle einbezogenen Flächen Belege vorlagen. Und die Tendenz, Kleinerzeuger aus der Lieferkette zu nehmen, wenn Daten fehlen, wo es nach Einschätzung der BLE oft an kleinen technischen Hürden liegt, die sich beheben lassen.

Zwei Punkte aus dem Vortrag betreffen die Softwareauswahl unmittelbar. Erstens: Ausgangspunkt jeder Kontrolle ist die einzelne Lieferung mit ihrer Referenznummer. Alles, was Sie vorlegen, muss auf diesen einen Vorgang zurückführbar sein. Zweitens: Zertifikate, etwa nach FSC, PEFC oder RSPO, sind taugliche Nachweise, eröffnen aber keine Green Lane. Sie ersetzen die eigene Sorgfaltspflicht nicht, sondern müssen in sie eingebunden werden. Ein Tool, das ein Zertifikat als grünes Häkchen verbucht, hilft Ihnen in einer Kontrolle nicht.

Das gilt für uns genauso. Wir haben diesen Abschnitt nicht geschrieben, um Wettbewerber vorzuführen, sondern weil die Anforderung jeden Anbieter trifft, uns eingeschlossen. Stellen Sie die Fragen unten auch uns. Wie die BLE in Deutschland kontrolliert und welche Bußgelder der Gesetzentwurf vorsieht, steht im Artikel EUDR in Deutschland: BLE-Kontrollen, Bußgelder und Strafen.

Zehn Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten. Abgeleitet aus dem, was die Kontrollbehörde im Web-Seminar als Lücken beschrieben hat. Nehmen Sie die Liste in jede Demo mit, auch in unsere.

  1. Zeigen Sie mir an einem echten Lieferanten, wie ein Risikoergebnis zustande kommt. Nicht die Punktzahl, den Weg dorthin.
  2. Welche Rechtsvorschriften des Erzeugerlands haben Sie ausgewertet, und auf welchem Stand sind sie?
  3. Welche Dokumente haben Sie herangezogen, und kann ich sie als Kunde jederzeit einsehen und exportieren?
  4. Welche Satellitendaten nutzen Sie, gegen welche Referenz, mit welchem Stichtag, und wie wird ein Treffer validiert?
  5. Bekomme ich ein Methodenblatt, das ich einer Prüferin vorlegen kann, ohne dass Sie im Termin dabei sind?
  6. Wie belegen Sie, dass alle in eine Erklärung einbezogenen Flächen geprüft sind und nicht nur eine Stichprobe?
  7. Was macht Ihr System mit einem Dokument, das keinen erkennbaren Bezug zur EUDR hat?
  8. Wie schnell ziehen Sie Änderungen an Anhang I, Leitlinien und FAQ nach, und woran sehe ich, auf welchem Stand das System ist?
  9. Kann ich zu einer einzelnen Referenznummer alles exportieren, was zu dieser Lieferung gehört?
  10. Was schlagen Sie vor, wenn ein Lieferant keine Geodaten liefern kann: Ausschluss oder Unterstützung?

Die Antworten auf Frage 1, 3 und 5 entscheiden mehr als jede Funktionsliste. Wenn ein Anbieter dort auf Betriebsgeheimnisse verweist, bekommen Sie in einer Kontrolle ein Problem, das Sie dann nicht mehr lösen können.

Welche EUDR-Software brauchen Sie? Rolle und Größe entscheiden

Bevor Sie Anbieter vergleichen, sollten Sie Ihre Rolle klären, und zwar für jedes relevante Erzeugnis einzeln. Ein Unternehmen kann gleichzeitig Importeur von Kakaobohnen und nachgelagerter Marktteilnehmer für die daraus hergestellte Schokolade sein. Die Rolle bestimmt, ob Sie eine vollständige Due-Diligence-Plattform brauchen, eine schlanke Lösung für Referenznummern oder gar keine Software.

Entscheidungsbaum: Welche EUDR-Software brauchen Marktteilnehmer, Kleinst- oder Kleinprimärerzeuger sowie nachgelagerte Marktteilnehmer und Händler mit und ohne KMU-Status
Die Rolle nach der EUDR entscheidet über den Softwarebedarf. Marktteilnehmer und nachgelagerte Nicht-KMU brauchen eine Anbindung an das Informationssystem.
Ihre RollePflichtenSoftwarebedarf
Marktteilnehmer (Import, Erstinverkehrbringen, Export)Vollständige Sorgfaltspflicht, Sorgfaltserklärung vor jedem InverkehrbringenPlattform mit Informationssystem-Anbindung, Geodatenprüfung, Lieferantenportal, Risikoanalyse, Audit-Paket
Kleinst- oder Kleinprimärerzeuger in einem Land mit geringem RisikoEinmalige vereinfachte Erklärung, IdentifikationsnummerIn der Regel keine eigene Software
Nachgelagerter Marktteilnehmer oder Händler, kein KMURegistrierung, Referenznummern erfassen, fünf Jahre AufzeichnungenLösung zum Erfassen, Prüfen und Verknüpfen von Referenznummern, Rückverfolgbarkeit zu Verkaufsartikeln
Nachgelagerter Marktteilnehmer oder Händler, KMULieferanten und Abnehmer dokumentieren, als erster Abnehmer die Nummern erfassenSoftware optional, sinnvoll bei vielen Lieferanten

Wer als KMU gilt, welche Pflichten dann entfallen und welche Frist gilt, steht in der Übersicht EUDR für KMU im Rollen-Artikel.

Die zweite Frage ist die Größe Ihrer Lieferkette. Mit fünf Lieferanten und zwanzig Flächen lässt sich vieles noch in Tabellen abbilden, auch wenn die Einreichung im Informationssystem dann von Hand erfolgt. Mit fünfzig Lieferanten, mehreren hundert Flächen und laufenden Sendungen kippt das Bild, weil Erinnerungen, Geodatenkorrekturen, Mengenverfolgung und Nachweise gleichzeitig laufen müssen. Genau dieses Segment, also mittelständische Unternehmen mit zehn bis einigen hundert Lieferanten, ist der Kern des Marktes und die Zielgruppe, für die Polygon One gebaut ist.

Brauchen Sie überhaupt Software? Excel, Informationssystem und freie Werkzeuge

Nicht jedes Unternehmen braucht eine Plattform. Die Verordnung schreibt keine Software vor, sie verlangt einen dokumentierten Ablauf und fünf Jahre Aufbewahrung der Nachweise. Wie weit Sie ohne Software kommen, hängt von der Zahl Ihrer Lieferanten, Flächen und Sendungen ab.

WegReicht, wennStößt an Grenzen, wenn
Sorgfaltserklärung von Hand im InformationssystemSie wenige Erklärungen im Jahr abgebenviele Sendungen laufen und die Referenznummern rechtzeitig an Zoll und Kunden gehen müssen
Excel und VorlagenSie eine erste Bestandsaufnahme machen oder mit etwa fünf Lieferanten und zwanzig Flächen arbeitenGeodaten geprüft, Lieferanten erinnert und Mengen gegen Erklärungen verfolgt werden müssen und mehrere Personen parallel arbeiten
Freie und quelloffene Werkzeugeeinzelne Aufgaben zu lösen sind, etwa Daten im Feld erfassen oder eine Fläche auf Entwaldung prüfendaraus ein durchgehender, prüfbarer Ablauf bis zur Erklärung werden soll
EUDR-SoftwareSie mit zehn bis einigen hundert Lieferanten laufend Erklärungen abgeben oder viele Referenznummern verwaltender Anbieter Rechenweg und Unterlagen nicht offenlegt (siehe Abschnitt zur Kontrollbehörde)

Für die Datensammlung ohne Software gibt es bei uns kostenlose Vorlagen: einen Fragebogen für die Lieferantenabfrage als Excel mit Musteranschreiben, eine Vorlage für die Risikobewertung nach Artikel 10 mit ausgefülltem Beispiel, eine Geodaten-Vorlage als CSV und GeoJSON, den Scope-Prüfer für Anhang I und die Einstufung aller Länder nach dem EU-Benchmarking. Ihre Rolle und Frist klärt der EUDR-Check.

Das European Forest Institute führt eine Übersicht freier und quelloffener Werkzeuge für die EUDR, geordnet nach Datentyp: Rückverfolgbarkeit, Geodaten, Entwaldung und Legalität (veröffentlicht am 7. Juli 2026). Darunter sind Werkzeuge zur Datenerfassung im Feld wie KoboToolbox und Ground sowie WHISP zur Prüfung einer Fläche auf Entwaldungsrisiko. Solche Werkzeuge lösen einzelne Schritte. Den Ablauf von der Lieferantenabfrage bis zur Sorgfaltserklärung, die Risikobewertung und die Aufbewahrung müssen Sie selbst zusammensetzen und dokumentieren.

Der Markt: drei Anbietertypen

Die 14 Anbieter in diesem Vergleich lassen sich nach ihrer öffentlichen Positionierung drei Typen zuordnen.

Compliance-Plattformen mit EUDR-Modul decken den gesamten Sorgfaltspflichtenprozess ab und bieten daneben weitere Regularien wie PPWR, CSRD oder LkSG an. Dazu gehören Polygon One, osapiens, IntegrityNext, cubemos, Coolset, Prewave, Simvia (ehemals Agriplace), VERSO, PwC und Compliance Compass. Die Unterschiede liegen in Zielgruppe, Integrationstiefe und darin, wie genau die Anbieter EUDR-spezifische Funktionen öffentlich beschreiben, etwa die Geodatenprüfung oder die Verifikation fremder Erklärungen.

Satelliten- und Geodatenspezialisten haben ihre eigene Erdbeobachtungsanalytik als Kern. LiveEO mit TradeAware, Satelligence und Orbify gehören hierher. Ihr Schwerpunkt ist die eigene Entwaldungsanalyse, inzwischen bieten alle drei auch Lieferantenerfassung und die Einreichung bei TRACES an.

Traceability-Spezialisten wie Sourcemap kartieren komplexe globale Lieferketten bis zum Ursprung und richten sich an Konzerne mit sehr vielen Lieferanten über mehrere Stufen.

Anbieterlandschaft EUDR-Software: zehn Compliance-Plattformen, drei Satelliten- und Geodatenspezialisten, ein Traceability-Spezialist
14 Anbieter, drei Typen. Zuordnung nach der öffentlichen Positionierung der Anbieter, Stand 29. September 2026.
AnbieterSitzTypEUDR-Schwerpunkt laut AnbieterZielgruppe laut Anbieter
Polygon OneDüsseldorfCompliance-PlattformEUDR-Prozess von der Lieferantenabfrage bis zur Referenznummer, EUDR und PPWR in einer PlattformImporteure und Hersteller aus dem Mittelstand
osapiensMannheimCompliance-PlattformERP-native Automatisierung, Datennetzwerk, Multi-EntityGroße Unternehmen und KMU
LiveEO (TradeAware)BerlinSatellitenspezialistEigene Satelliten-KI und Rechtsprüfung mit der Kanzlei CMS (Enterprise), Self-Service-Paket für kleine MarktteilnehmerMarktteilnehmer, Händler und Produzenten mit globalen Lieferketten
IntegrityNextMünchenCompliance-PlattformLieferantennetzwerk mit über 2 Millionen registrierten Lieferanten, EUDR Starter für KMUKonzerne mit vielen Lieferanten, mit EUDR Starter auch KMU mit bis zu 50 Lieferanten
CoolsetAmsterdamCompliance-PlattformEUDR neben CSRD, PPWR, EUTR und EcoVadisMittelstand mit ESG-Fokus, eigenes KMU-Paket
cubemosMünchenCompliance-PlattformEUDR integriert in ESG-, CSRD- und CO2-Prozesse, Rückgabe der Referenznummern ins ERPMittelstand und größere Unternehmen
PrewaveWienCompliance-PlattformEUDR-Module in einer Lieferkettenrisiko-PlattformKonzerne mit komplexen globalen Lieferketten
SourcemapNew YorkTraceability-SpezialistLieferkettenkartierung bis zum Ursprung, sendungsbezogene AnalyseKonzerne und Marken mit vielstufigen Rohstoffketten
SatelligenceUtrechtSatellitenspezialistRadar- und optische Entwaldungsdaten, eigene Plattform mit TRACES-Einreichung, Datenlieferant für PartnerplattformenRohstoffunternehmen, Produzenten, Plattformpartner
Simvia (ehemals Agriplace)AmsterdamCompliance-PlattformDokumenten- und Zertifikatsnetzwerk, PPWR-Modul, EUDR als unterstütztes ThemaLebensmittel- und Getränkebranche
VERSOMünchenCompliance-PlattformEUDR-Modul im Supply Chain Hub neben PPWR und CBAM, Sorgfaltserklärung je Charge per API an TRACESAlle Unternehmensgrößen und Marktrollen, Schwerpunkt Mittelstand
PwC (Deforestation Regulation Manager)Frankfurt am MainCompliance-PlattformEUDR-Modul der Suite Check Your Value Chain auf der SAP Business Technology Platform, Vorabprüfung vor der BestellungUnternehmen mit mehreren Lieferketten-Pflichten (LkSG, CBAM, PPWR)
OrbifyKrakauSatellitenspezialistErdbeobachtung mit Sentinel, Landsat, kommerziellen Bildern und GEDI, Lieferantenlink ohne Konto, TRACES-EinreichungUnternehmen jeder Größe, eigenes KMU-Angebot
Compliance CompassBonnCompliance-Plattform (Branchenlösung Holz)EUDR für die Holzbranche, Behörden-Akte mit Hash und VersionsverlaufHolzbranche vom Forstbetrieb bis zum Importeur

Die 14 Anbieter im Kurzporträt

Alle Angaben zu anderen Anbietern beruhen auf deren öffentlichen Websites, Hilfezentren und Pressemitteilungen, abgerufen am 29. September 2026. Die Anbieter stehen nach Polygon One in alphabetischer Reihenfolge.

Polygon One (unsere Empfehlung für den Mittelstand)

Polygon One ist eine Ausgründung der TH Köln, EXIST-gefördert und sitzt in Düsseldorf. Die EUDR-Software von Polygon One deckt den Prozess von der Lieferantenabfrage bis zur Referenznummer ab. Produkte werden erfasst und Zollcodes zugeordnet, ein automatischer Betroffenheitscheck prüft anhand der HS-Codes, welche Artikel unter die EUDR fallen. Lieferanten tragen ihre Flächen über ein Portal ohne Login ein, der Import prüft die Geodaten vor der Übernahme, und jede Fläche wird per Satellit gegen den 31. Dezember 2020 geprüft. Nachweise liest eine KI aus, die Sorgfaltserklärung geht direkt an TRACES, Referenz- und Prüfnummer kommen automatisch zurück. Für nachgelagerte Unternehmen speichert Polygon One die Referenz- und Prüfnummern der Lieferanten zu jeder Lieferung und exportiert die Angaben für Behördenanfragen. Auch die PPWR deckt Polygon One in derselben Plattform ab.

Compliance Compass

Compliance Compass aus Bonn ist eine GRC-Plattform mit NIS2-Schwerpunkt, deren EUDR-Angebot sich an die Holzbranche richtet, vom Forstbetrieb über Sägewerke bis zu Holzhandel und Importeuren. Lieferanten laden Forstgenehmigungen, Zertifikate und Geodaten über einen Magic-Link ohne Kontoanlage hoch, mehrsprachig und für sie kostenlos. Eine Ampel zeigt den Status jeder Lieferung, die Sorgfaltserklärung wird direkt über TRACES NT übermittelt. Die Behörden-Akte mit DDS-Nummer, TRACES-Referenz, Geokoordinaten und Dokumenten samt SHA-256-Hash und Versionsverlauf ist laut Anbieter fünf Jahre abrufbar und lässt sich als ZIP exportieren. Eine Herkunftsprüfung per Satellit nennt der Anbieter ab dem Paket Premium, Anbindungen unter anderem für Business Central, SAP, Sage und DATEV. Die Server stehen laut Anbieter ausschließlich in Deutschland. Vier Pakete gibt es auf Anfrage, monatlich kündbar. Geeignet für Holzbetriebe, die eine Branchenlösung mit Datenhaltung in Deutschland suchen.

Coolset

Coolset aus Amsterdam ist eine ESG-Plattform für den Mittelstand, die die EUDR neben CSRD, EU-Taxonomie, VSME, PPWR, EUTR und EcoVadis anbietet. Die Entwaldungsprüfung nutzt nach Angaben des Anbieters Sentinel-2-Daten mit Continuous Change Detection (CCDC) bei rund 10 Metern Auflösung. Dokumente prüft eine KI, bei Hochrisikofällen optional ergänzt durch zertifizierte Auditoren. Sorgfaltserklärungen werden laut Anbieter an TRACES übermittelt und über ihre Referenz-ID nachverfolgt, die versionierte Historie wird mindestens fünf Jahre gespeichert. ERP-Daten kommen per API oder CSV, dazu gibt es einen MCP-Server für KI-Werkzeuge. Laut Datenschutzerklärung liegen die Daten auf Servern in der EU. Coolset ist nach ISO 27001 und SOC 2 Type II zertifiziert, das Onboarding läuft als vierwöchiges Accelerator-Programm je Modul. Für KMU gibt es ein eigenes EUDR-Paket für bis zu 20 direkte Lieferanten im Anwendungsbereich. Preise gibt es auf Anfrage, laut Anbieter ohne Einrichtungsgebühren. Geeignet für Nachhaltigkeitsteams, die mehrere Regularien in einer Plattform bündeln wollen und die EUDR als eines von mehreren Modulen sehen.

cubemos

cubemos aus München versteht sich als KI-Plattform für ESG-Compliance und deckt neben der EUDR auch CSRD, VSME, EU-Taxonomie, CO2-Bilanzierung, LkSG/CSDDD, PPWR und Lieferkettenrisiko-Monitoring ab. Die EUDR-Software erzeugt Zolltarifnummern automatisch und prüft jeden Artikel gegen den Anwendungsbereich. Lieferanten pflegen ihre Daten in einem eigenen Portal, laut Anbieter kostenlos und ohne Zugangshürden. Jeder Lieferant wird gegen das EU-Benchmarking und weitere Risikodatenbanken abgeglichen. Sorgfaltserklärungen gehen direkt aus cubemos an TRACES, Referenz- und Verifikationsnummer holt das System laut Anbieter automatisch ab und überträgt sie ins ERP. Für Behördenanfragen lässt sich ein Audit-Package mit Nachweisen, Referenznummern, Geokoordinaten und Lieferantenbelegen herunterladen. Zu einer eigenen Satellitenanalyse fanden wir keine öffentliche Angabe. Preise auf Anfrage. Geeignet für Unternehmen, die EUDR und CSRD in einem System steuern wollen.

IntegrityNext

IntegrityNext aus München, gegründet 2016 und seit 2023 mit 100 Millionen Euro von EQT finanziert, bringt nach eigenen Angaben über zwei Millionen bereits registrierte Lieferanten mit. Die EUDR-Lösung sammelt Geodaten, Herkunftsdaten und Legalitätsnachweise über ein kostenloses, mehrsprachiges Lieferantenportal, prüft Flächen mit Sentinel-2-Bildern, KI-gestützter Landklassifikation und statistischer Änderungserkennung und verifiziert laut Anbieter Herkunftsland und Grundstücksgrenzen gegen Echtzeit-Datensätze. Sorgfaltserklärungen reicht die Plattform per API bei TRACES ein, Referenz- und Verifikationsnummer gehen laut Anbieter zurück ins ERP, alle Nachweise werden fünf Jahre archiviert. Integrationen gibt es unter anderem zu SAP und Celonis, dazu einen SAP EUDR Connector gemeinsam mit parasus. Auf derselben Plattform bietet IntegrityNext ein PPWR-Modul an, gehostet wird laut Datenschutzerklärung bei AWS ausschließlich in EU-Rechenzentren in Frankfurt und Dublin. Ein Referenzkunde nutzt die Plattform über mehr als 16 Konzerngesellschaften hinweg. Für KMU mit bis zu 50 Lieferanten gibt es EUDR Starter zu einem festen Jahrespreis ohne Gebühren pro Lieferant, eine Zahl nennt der Anbieter nicht. Geeignet für Konzerne, die viele Lieferanten bereits über ein Nachhaltigkeitsnetzwerk abfragen, mit EUDR Starter auch für kleinere Lieferketten.

LiveEO (TradeAware)

LiveEO aus Berlin, gegründet 2018, kommt aus der Satellitenanalytik und hat 2024 eine Series B über 25 Millionen Euro abgeschlossen. TradeAware gibt es in drei Paketen. Lite ist kostenlos, mit einem Nutzerplatz und Open-Source-Entwaldungsanalyse, gedacht für Teams, die die EUDR erkunden, und für nachgelagerte Unternehmen, die Referenznummern empfangen. Professional kostet 3.990 Euro pro Jahr im Self-Service und enthält 50 Sorgfaltserklärungen pro Vertragsjahr, Risikoscoring für fünf Lieferanten (weitere bis insgesamt 20 für je 15 Euro im Monat) und Legalitätsfragebögen ohne anwaltliche Prüfung, kündbar nach drei Monaten. Im Enterprise-Paket kommen die eigene Satelliten-KI Precision Analytics, eine Rechtsprüfung der Lieferantendokumente durch die Kanzlei CMS mit lokalen Experten in über 80 Ländern, mehrere Gesellschaften und API-Zugang hinzu. Das Lieferantenportal ist für Lieferanten kostenlos und unterstützt kaskadierendes Onboarding über mehrere Stufen. Die Einreichung im Informationssystem läuft mit automatischem Abruf der Referenznummer und nach Angaben des Anbieters mit Schutz bei Ausfall von TRACES, bestehende Erklärungen lassen sich validieren. LiveEO ist nach SOC 2 Type II und ISO 27001 zertifiziert. Geeignet für Unternehmen, bei denen die Tiefe der Satellitenanalyse im Mittelpunkt steht, mit dem Professional-Paket auch für kleine Marktteilnehmer mit bis zu 20 Lieferanten.

Orbify

Orbify aus Krakau kommt aus der Erdbeobachtung und bietet neben der EUDR-Lösung Anwendungen für Nachhaltigkeitsprojekte und LNG-Monitoring an. Lieferanten übermitteln ihre Flächen über einen sicheren Link ohne eigenes Konto, Geometrie- und Formatfehler werden laut Anbieter schon bei der Erfassung geprüft. Die Entwaldungsanalyse nutzt Sentinel-2, Sentinel-1, Landsat, kommerzielle Bilder etwa von Planet sowie Kronenhöhen aus der NASA-Mission GEDI. Sorgfaltserklärungen gehen über die API der EU an TRACES, Referenznummer und Einreichungsstatus werden in der Plattform gespeichert, Referenz- und Verifikationsnummern vorgelagerter Erklärungen prüft Orbify laut Anbieter automatisch. ERP-Systeme wie SAP und Microsoft Dynamics werden über eine API und Middleware angebunden. Für KMU gibt es ein eigenes Angebot, Preise gibt es auf Anfrage, dazu einen kostenlosen Test und ein kostenloses EUDR-Assessment. Die Website ist nur auf Englisch. Geeignet für Unternehmen, denen eine detaillierte Satellitenanalyse und ein niedrigschwelliger Lieferantenzugang wichtig sind.

osapiens

osapiens aus Mannheim wurde 2018 gegründet und hat nach einer Series B 2024 (Goldman Sachs Growth Equity) im Januar 2026 eine Series C über 100 Millionen US-Dollar unter Führung von Decarbonization Partners (BlackRock und Temasek) abgeschlossen. Nach eigenen Angaben arbeiten mehr als 2.500 große Unternehmen und KMU in über 60 Ländern mit dem osapiens HUB. Die Plattform ist ERP-nativ mit Anbindungen an SAP, Oracle und Microsoft Dynamics, hat einen No-Code-Workflow-Builder und eine native Anbindung an das Informationssystem, bei der die Referenznummern automatisch ins ERP zurückfließen. Nach Angaben des Anbieters hat osapiens über 80 Millionen Hektar per Satellit analysiert, der Risikoscore beruht auf einer von Rechtsexperten entwickelten, nach Ökoregionen und Rohstoffen abgestimmten Methodik. Lieferanten füllen geführte Fragebögen in 29 Sprachen aus, das Lieferantenportal hat eine eigene REST-API, und über das osapiens-Datennetzwerk teilen Kunden Lieferantendaten. Die Daten liegen in Rechenzentren in Deutschland und Frankreich, konkrete Preise gibt es nur auf Anfrage. Geeignet für Konzerne mit mehreren Gesellschaften, tiefer ERP-Integration und breitem ESG-Scope von CSRD über CBAM bis PPWR.

Prewave

Prewave aus Wien, gegründet 2017 und 2024 mit einer Series B über 63 Millionen Euro finanziert, ist im Kern eine Plattform für Lieferkettenrisiko-Monitoring und wurde im Gartner Magic Quadrant 2026 für Supplier Risk Management Solutions als Leader eingestuft. Die EUDR-Module für eingehende und ausgehende Waren sowie Sorgfaltserklärungen sind ausführlich dokumentiert. Die Geodatenvalidierung ist streng: Polygone müssen geschlossen sein, dürfen keine Löcher und keine sich schneidenden Linien haben und müssen im angegebenen Produktionsland liegen, sonst wird die Übermittlung blockiert. Die Entwaldungsprüfung läuft gestuft über die Waldkarte des EU Forest Observatory, offene Satellitendaten und den Partner Satelligence. Die Legalität bewertet Prewave über Länderrisiken aus 21 öffentlich zugänglichen Indizes, ein KI-gestütztes Web-Screening und optionale Selbstauskünfte der Erzeuger, etwa zu Landnutzungs- und Gemeinschaftsrechten. Referenz- und Prüfnummern eingehender Erklärungen prüft Prewave automatisch gegen TRACES. Die Einreichung eigener Erklärungen bei TRACES und die Anbindung an ERP-Systeme laufen über die API-Integration, die der Anbieter als Zusatzfunktion führt. Lieferanten registrieren sich kostenlos mit Name und E-Mail. Preise auf Anfrage. Geeignet für Unternehmen, die ohnehin ein Frühwarnsystem für Lieferkettenrisiken betreiben und die EUDR daran anschließen wollen.

PwC (Deforestation Regulation Manager)

Der Deforestation Regulation Manager ist das EUDR-Modul der Suite „Check Your Value Chain“ der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Frankfurt am Main. Die Suite basiert auf der SAP Business Technology Platform und deckt modular auch LkSG/CSDDD, CBAM und PPWR ab. Daten für die Sorgfaltserklärung kommen aus manuellen Prozessen, Anfragen an Lieferanten oder an TRACES, per API oder über die Systemintegration. Die Entwaldungsanalyse stützt sich laut Anbieter auf von PwC geprüfte Indexdaten und Partner für Satellitenbilder, die Risikoanalyse ist auch auf HS-Code-Ebene möglich. Als Maßnahmen zur Risikominderung lassen sich etwa Zertifikatsprüfungen und Fragebögen an Lieferanten dokumentieren. Sorgfaltserklärungen übermittelt die Software an TRACES, vor einer Bestellung lassen sich Produkte vorab automatisiert auf EUDR-Konformität prüfen. Die Suite kostet laut PwC Store ab 990 Euro netto im Monat zuzüglich einmaliger Implementierungskosten, abgerechnet nach Modulen, Nutzern und Geschäftspartnern, einen eigenen Preis für das EUDR-Modul nennt PwC nicht. Die technische Bereitstellung der Standardkonfiguration dauert laut Anbieter fünf Werktage. Geeignet für Unternehmen, die mehrere Lieferketten-Regularien mit Begleitung durch PwC auf einer SAP-Plattform steuern wollen.

Satelligence

Satelligence aus Utrecht ist auf satellitengestütztes Entwaldungsmonitoring spezialisiert und arbeitet mit Radar- und optischen Daten aus Sentinel-1, Sentinel-2 und Landsat, unter anderem mit einer eigenen globalen Kakaokartierung. Das Unternehmen kooperiert mit der World Cocoa Foundation und dem European Forest Institute, liefert seine Analysen auch in Partnerplattformen wie Prewave und hat im September 2026 eine Partnerschaft mit Sourcemap angekündigt. Die eigene Plattform deckt inzwischen den Ablauf bis zur Einreichung ab: Geodaten kommen per Upload, Lieferantenformular oder API, geflaggte Flächen werden im Case Tracker mit vollständigem Audit-Log bearbeitet, und Sorgfaltserklärungen gehen über eine integrierte TRACES-Anbindung direkt an das Informationssystem, auf Wunsch reicht Satelligence als Bevollmächtigter ein. Für die Risikobewertung lassen sich Richtlinien und Dokumente hinterlegen, rechtlich lässt sich Satelligence von der Kanzlei GvW Graf von Westphalen unterstützen. Schwerpunkte sind Palmöl, Kakao, Kautschuk und Soja. Preise auf Anfrage mit kundenspezifischen Servicevereinbarungen. Geeignet für Rohstoffunternehmen und Produzenten, die belastbare Entwaldungsdaten brauchen und die Einreichung aus derselben Plattform erledigen wollen.

Simvia (ehemals Agriplace)

Simvia aus Amsterdam hieß bis April 2026 Agriplace und kommt aus dem Dokumenten- und Zertifikatsmanagement der Lebensmittelbranche. Lieferanten pflegen ihre Nachweise einmal im Netzwerk und teilen sie mit mehreren Abnehmern, hochladen können sie laut Anbieter auch ohne Registrierung. Eine eigene EUDR-Produktseite fanden wir nicht, nach eigener Darstellung unterstützt die Plattform die EUDR über Datenbankanbindungen, die Nachhaltigkeits-Risikobewertung und Transparenz in der Lieferkette. Für die PPWR bietet Simvia eine eigene Software mit Vorlage für die Konformitätserklärung. Über eine öffentliche API lässt sich die Plattform an ERP-Systeme wie SAP und Microsoft Dynamics anbinden. Zu einer eigenen Satellitenanalyse oder einer direkten Einreichung im Informationssystem fanden wir keine öffentliche Angabe. Die Preisseite nennt einen kostenlosen Plan für die Verbindung mit bis zu zehn Abnehmer-Organisationen und ein einmaliges Onboarding von rund 2.100 Euro bei 200 Lieferanten, die Pakete Core und Scale gibt es auf Anfrage. Geeignet für Lebensmittelunternehmen, die bereits mit Zertifizierungssystemen wie GLOBALG.A.P. arbeiten und die EUDR vor allem als Dokumentationsthema sehen.

Sourcemap

Sourcemap aus New York ist eine Ausgründung des MIT Media Lab und der Traceability-Spezialist der Runde, nach eigenen Angaben mit über 250 Marken und 5,5 Millionen kartierten Lieferanten. Für die EUDR ist Sourcemap nach eigenen Angaben live mit dem Informationssystem und mit SAP verbunden, Sorgfaltserklärungen werden aus dem ERP heraus ausgelöst und eingereicht, dazu kommt eine Integration in Salesforce Net Zero Cloud. Die Satellitenanalyse ist sendungsbezogen und läuft als vierstufiger Entwaldungsscan, die Legalitätsprüfung umfasst auch Landnutzungsrechte und die freie, vorherige und informierte Zustimmung lokaler Gemeinschaften. Den vollständigen Audit-Trail mit allen Ergebnissen der Entwaldungsprüfung stellt Sourcemap zum Download bereit, Lieferanten betreut ein eigenes Team in acht Sprachen, und Compliance ist laut Anbieter in unter vier Wochen erreichbar. Mit einer eigenen PPWR-Lösung erstellt Sourcemap laut Anbieter auch PPWR-Konformitätserklärungen automatisiert. Die EUDR-Lösung ist nach ISO 27001 zertifiziert, Referenzkunden sind unter anderem Oxford University Press und ECOM. Preise auf Anfrage. Geeignet für Konzerne mit vielstufigen Rohstoffketten, die Rückverfolgbarkeit bis zur Farm über zehntausende Lieferanten brauchen.

VERSO

VERSO aus München begleitet nach eigenen Angaben seit 2010 den Mittelstand bei Nachhaltigkeitsthemen. Die EUDR-Software ist ein Modul des VERSO Supply Chain Hub, in dem auch PPWR, CBAM und Lieferketten-Sorgfaltspflichten laufen. Lieferanten registrieren ein Unternehmensprofil, das sie laut Anbieter kostenlos nutzen und mit mehreren Kunden teilen können. Die Risikoanalyse nutzt laut Anbieter hochauflösende Satellitendaten und News-Monitoring, die Methodenentwicklung begleitet die Kanzlei Taylor Wessing. Sorgfaltserklärungen entstehen je Charge und gehen per API an TRACES, Referenz- und Verifikationsnummern eingehender Erklärungen prüft der Supply Chain Hub automatisch gegen TRACES. Die Analyseergebnisse werden als Audit-Bericht dokumentiert, eine RESTful API verbindet ERP-Systeme. Die Daten liegen laut Anbieter ausschließlich in Rechenzentren der Open Telekom Cloud in Deutschland, die Plattform ist nach ISO 27001 zertifiziert. Preise auf Anfrage. Geeignet für mittelständische Unternehmen, die EUDR, PPWR und weitere Lieferkettenthemen mit Datenhaltung in Deutschland in einer Plattform bündeln wollen.

Vergleichsmatrix: dreizehn Kriterien im Überblick

Die Matrix fasst zusammen, was die Anbieter zu den dreizehn Kriterien öffentlich dokumentieren. "Ja" bedeutet, dass die Funktion in der Dokumentation, dem Hilfezentrum oder einer Pressemitteilung des Anbieters konkret beschrieben ist. "Teilweise" bedeutet, dass die Funktion beworben, aber nicht im Detail beschrieben ist, oder dass nur ein Teil des Kriteriums erfüllt ist. "Keine Angabe" bedeutet, dass wir keine öffentliche Angabe gefunden haben, nicht, dass die Funktion fehlt.

KriteriumPolygon OneosapiensLiveEOIntegrityNextCoolsetcubemosPrewaveSourcemapSatelligenceSimviaVERSOPwCOrbifyCompliance Compass
Direkte Anbindung an das Informationssystem mit automatischem Abruf der ReferenznummerJaJaJaJaTeilweiseJaJaJaTeilweiseKeine AngabeTeilweiseTeilweiseJaJa
Prüfung fremder Sorgfaltserklärungen gegen das InformationssystemTeilweiseTeilweiseJaKeine AngabeTeilweiseKeine AngabeJaKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeJaTeilweiseJaTeilweise
Geodatenprüfung vor dem Import (Geometrie, Land, Präzision)JaTeilweiseTeilweiseTeilweiseTeilweiseTeilweiseJaTeilweiseTeilweiseKeine AngabeTeilweiseKeine AngabeTeilweiseTeilweise
Lieferantenportal ohne eigenes KontoJaTeilweiseTeilweiseTeilweiseTeilweiseTeilweiseTeilweiseTeilweiseTeilweiseJaTeilweiseTeilweiseJaJa
Satellitengestützte EntwaldungsanalyseJaJaJaJaJaKeine AngabeJaJaJaKeine AngabeTeilweiseTeilweiseJaTeilweise
Legalitätsprüfung mit Dokumenten und FragebogenJaJaJaTeilweiseTeilweiseTeilweiseJaJaTeilweiseTeilweiseJaTeilweiseKeine AngabeTeilweise
Bewertungsmethodik öffentlich beschriebenTeilweiseTeilweiseTeilweiseJaJaTeilweiseJaTeilweiseJaKeine AngabeTeilweiseTeilweiseJaTeilweise
Audit-Log und Exportpaket für KontrollenJaJaJaTeilweiseJaJaTeilweiseJaTeilweiseTeilweiseJaTeilweiseTeilweiseJa
API oder ERP-AnbindungJaJaJaJaJaJaJaJaJaJaJaJaJaJa
EUDR und PPWR auf einer PlattformJaJaKeine AngabeJaJaJaKeine AngabeJaKeine AngabeTeilweiseJaJaKeine AngabeKeine Angabe
EU-Hosting öffentlich angegebenJaJaKeine AngabeJaJaKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeJaKeine AngabeKeine AngabeJa
Öffentlicher EinstiegspreisJaKeine AngabeJaKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeTeilweiseKeine AngabeJaKeine AngabeKeine Angabe
Deutschsprachige Oberfläche und SupportJaJaTeilweiseJaKeine AngabeJaJaKeine AngabeKeine AngabeKeine AngabeJaTeilweiseKeine AngabeJa

Für Polygon One gilt derselbe Maßstab wie für alle anderen: bewertet ist, was auf polygon-one.com öffentlich beschrieben ist, einschließlich unserer Fachartikel. Bei mehreren Wettbewerbern ist die Funktionstiefe vermutlich größer, als die öffentliche Dokumentation zeigt. Fragen Sie in Demos gezielt nach den Zeilen mit "Teilweise" und "Keine Angabe".

Das dreizehnte Kriterium misst, was öffentlich beschrieben ist. In einer Behördenkontrolle zählt etwas anderes, nämlich das, was Sie als Kunde tatsächlich zu sehen bekommen. Ein Anbieter kann seine Methodik gegenüber Kunden vollständig offenlegen, ohne sie auf die Website zu stellen. Die öffentliche Beschreibung ist deshalb nur ein Anhaltspunkt. Fragen Sie in der Demo nach, und zwar nach dem Weg zum Ergebnis, nicht nach dem Ergebnis.

Was EUDR-Software kostet: Preise und Vertragsmodelle

Wer die Kosten von EUDR-Software vergleichen will, stößt auf eine Mauer. Zehn der 14 Anbieter veröffentlichen für ihre EUDR-Software keine Preise, die Angebote entstehen im Gespräch. Das ist bei Enterprise-Software üblich, macht die Auswahl für mittelständische Unternehmen aber unnötig schwer, weil sich ohne Preisrahmen nicht einmal entscheiden lässt, welche Anbieter überhaupt in Frage kommen.

Preistransparenz bei EUDR-Software: drei Anbieter mit öffentlichem Preis, einer teilweise, zehn nur auf Anfrage
Zehn von 14 Anbietern nennen Preise für ihre EUDR-Software nur auf Anfrage. Angaben zu anderen Anbietern Stand 29. September 2026, Polygon One Stand 17. Oktober 2026.
AnbieterÖffentliche PreisangabeModell laut AnbieterEinstieg
Polygon OneJahreslizenz ab 4.000 Euro für das kleinste PaketAngebot für Ihren UmfangAngebot nach einem 30-Minuten-Gespräch mit Live-Demo
osapiensAuf AnfrageKeine öffentliche AngabeDemo
LiveEO (TradeAware)Lite 0 Euro, Professional 3.990 Euro pro JahrEnterprise auf AnfrageProfessional im Self-Service, kündbar nach drei Monaten; kostenloses einstündiges EUDR-Assessment
IntegrityNextAuf AnfrageEUDR Starter (bis 50 Lieferanten, fester Jahrespreis ohne Gebühren pro Lieferant) und VollversionKostenloser EUDR-Bereitschaftscheck
CoolsetAuf AnfrageModulare Plattform, laut Anbieter ohne Einrichtungsgebühren, eigenes KMU-Paket für bis zu 20 direkte LieferantenVierwöchiges Accelerator-Programm
cubemosAuf AnfrageModulare ESG-Plattform; die Sustainability Software (CSRD, EU-Taxonomie, CO2, LkSG) ist auf dem DATEV-Marktplatz ab 416 Euro im Monat gelistet, die EUDR wird dort nicht genanntDemo
PrewaveAuf AnfrageModule Inbound, Outbound und DDS, API-Integration als ZusatzfunktionDemo
SourcemapAuf AnfrageKeine öffentliche AngabeDemo
SatelligenceAuf AnfrageKundenspezifische ServicevereinbarungenGespräch
Simvia (ehemals Agriplace)Teilweise: kostenloser Plan für die Verbindung mit bis zu zehn Abnehmer-Organisationen, Onboarding bei 200 Lieferanten laut Anbieter rund 2.100 Euro einmaligCore und Scale auf Anfrage, gestaffelt nach Lieferanten, Artikeln und NutzernGespräch
VERSOAuf AnfrageKeine öffentliche Angabe, für Lieferanten kostenlosDemo
PwC (Deforestation Regulation Manager)Suite ab 990 Euro netto pro Monat zuzüglich einmaliger ImplementierungskostenNach Zahl der Module, Nutzer und Geschäftspartner, EUDR-Modul nicht gesondert ausgewiesenGespräch, technische Bereitstellung laut Anbieter in fünf Werktagen
OrbifyAuf AnfrageModular nach BedarfKostenloser Test und kostenloses EUDR-Assessment
Compliance CompassAuf AnfrageVier Pakete (Basis, Profi, Premium, Konzern), monatlich kündbarBasis ohne Einrichtungsgebühr

Als Marktspanne nennt der Vermittler Matchilla aus seinen Vermittlungen von April 2025 bis Juni 2026 rund 6.000 bis 40.000 Euro pro Jahr für kleinere Unternehmen und 25.000 bis 180.000 Euro pro Jahr für mittlere bis große Importeure einschließlich Schnittstellen. Polygon One kalkuliert nach einem 30-minütigen Gespräch mit Live-Demo ein Angebot für Ihren Umfang. Ein früher Preisrahmen zählt auch für Unternehmen mit wenigen Importen, denn ab dem 30. Dezember 2026 wird ihre Ware ohne Referenznummer nicht mehr abgefertigt.

Warum wir Polygon One für den Mittelstand empfehlen

Wir haben Polygon One für Unternehmen gebaut, die keine Compliance-Abteilung haben, aber ab Dezember 2026 jede Sendung sauber durch den Zoll bringen müssen. Sechs Punkte machen aus unserer Sicht den Unterschied.

So läuft die Sorgfaltspflicht in Polygon One: Produkte erfassen, Lieferanten einladen, Geodaten prüfen, Risiko prüfen, Sorgfaltserklärung an TRACES, Compliance-Report
Der Ablauf in Polygon One in sechs Schritten, wie auf der Produktseite und in diesem Vergleich beschrieben.

1. Geodaten werden geprüft, bevor sie in eine Erklärung gelangen

Fehlerhafte Geodaten sind ein häufiger Grund für Probleme bei der Einreichung, und sie fallen oft erst auf, wenn die Erklärung abgelehnt wird oder die Ware am Zoll steht. Polygon One nimmt GeoJSON entgegen, setzt jede Fläche auf die Karte und prüft die Geodaten vor der Übernahme auf Vollständigkeit und Plausibilität, darunter Länderplausibilität, Koordinatenpräzision und Geometriefehler. Problemzeilen zeigt das System an, bevor sie in eine Erklärung gelangen. Ausführlich beschreibt öffentlich auch Prewave seine Geometrieprüfung (geschlossene Polygone, keine Löcher, keine Überschneidungen, Lage im Erzeugerland), Orbify prüft laut Anbieter Geometrie- und Formatfehler schon bei der Erfassung, und eine Geodatenvalidierung erwähnen außerdem IntegrityNext, Coolset, Sourcemap und Satelligence.

2. Lieferanten arbeiten ohne Konto, in vier Sprachen, über mehrere Stufen

Die Datensammlung bei Lieferanten ist der zeitintensivste Teil der EUDR, Antworten dauern erfahrungsgemäß Tage bis Wochen. Deshalb setzt Polygon One auf eine niedrige Hürde: Der Lieferant öffnet einen Link zum Portal, ohne Login und ohne eigenes Konto, trägt seine Flächen als Koordinaten oder Polygone ein und stellt Dokumente und Fragebögen bereit, in vier Sprachen. Seine eigenen Unterlieferanten kann er selbst einladen, automatische Erinnerungen fassen nach, wenn Angaben fehlen.

3. Sorgfaltserklärungen gehen direkt an das Informationssystem

Polygon One erzeugt die Sorgfaltserklärung je Produkt aus den erfassten Daten und übermittelt sie über die Schnittstelle an das EU-Informationssystem, ohne manuelle Übertragung. Referenz- und Prüfnummer kommen automatisch zurück und hängen an der jeweiligen Sendung, bereit für die Zollanmeldung und für Ihre Kunden.

4. Nachgelagerte Unternehmen behalten ihre Referenznummern im Griff

Händler und Verarbeiter, die selbst keine Erklärungen einreichen, brauchen etwas anderes als eine DDS-Maschine. Sie müssen die Referenz- und Prüfnummern ihrer Lieferanten aufbewahren und bei einer Kontrolle vorlegen. Polygon One speichert sie zu jeder Lieferung, zeigt, welche Positionen noch offen sind, und exportiert die Angaben nach Artikel 5 Absatz 3, also Lieferanten- und Kundenidentität samt Nummern, für eine Behördenanfrage. Mehr dazu im Artikel zur EUDR-Referenznummer.

5. Risiko wird nachvollziehbar bewertet und dokumentiert

Jede Fläche prüft Polygon One per Satellit gegen ihren Zustand am 31. Dezember 2020, die Risikostufe des Erzeugerlandes kommt aus dem EU-Benchmarking nach der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1093. Zertifikate und andere Nachweise liest eine KI aus, ordnet sie der richtigen Kategorie zu und erkennt, wenn ein Dokument nicht zu Lieferant, Land oder Rohstoff passt. Erkannte Risiken werden im System bearbeitet, die Entscheidungen in Berichten festgehalten. Auf Knopfdruck entsteht ein Compliance-Report, der den Sorgfaltspflichtprozess nach Artikel 9 bis 11 dokumentiert, als Nachweis für Behördenkontrollen und für die Aufbewahrungsfrist von fünf Jahren. Die rechtliche Verantwortung und Einordnung bleibt bei Ihnen.

6. EUDR und PPWR auf einer Plattform, Daten in Frankfurt, transparentes Angebot

Viele Unternehmen, die von der EUDR betroffen sind, müssen seit dem 12. August 2026 auch die Verpackungsverordnung PPWR erfüllen. Polygon One deckt beides in einer Plattform ab. Laut öffentlicher Dokumentation bieten das auch osapiens, IntegrityNext, cubemos, Coolset, Sourcemap, VERSO und PwC, für Simvia (ehemals Agriplace) fanden wir ein PPWR-Modul, aber kein eigenes EUDR-Modul. Die Plattformdaten liegen bei AWS in Frankfurt am Main (eu-central-1), Einzelheiten stehen auf der Seite Hosting und Datenschutz. Rollen, Berechtigungen und ein Audit-Log halten fest, wer wann was entschieden hat. Ein Angebot kalkulieren wir nach einem 30-minütigen Gespräch mit Live-Demo.

Wann ein anderer Anbieter die bessere Wahl ist

Ein Vergleich, in dem der Autor überall gewinnt, ist wertlos. Es gibt Situationen, in denen wir Ihnen zu einem Wettbewerber raten würden.

Wenn Sie einen Konzern mit mehreren rechtlichen Einheiten, einer gewachsenen SAP-Landschaft und einem eigenen Compliance-Team betreiben und die EUDR als einen Baustein neben CSRD, CBAM und LkSG in einer Plattform abbilden wollen, sind osapiens und IntegrityNext die naheliegenden Kandidaten. osapiens ist ERP-nativ und bringt einen No-Code-Workflow-Builder mit, IntegrityNext bringt nach eigenen Angaben über zwei Millionen registrierte Lieferanten mit.

Wenn Ihre Lieferkette aus zehntausenden Kleinbauern in Westafrika oder Südostasien besteht und Sie Rückverfolgbarkeit auf Sendungsebene über mehrere Stufen brauchen, ist Sourcemap gebaut worden. Wenn Sie eine eigene GIS-Abteilung haben und die Qualität der Satellitenanalyse das entscheidende Kriterium ist, sollten Sie LiveEO, Satelligence und Orbify in die engere Wahl nehmen. Alle drei kommen aus der Erdbeobachtung und gehen dort tiefer als wir.

Wenn Sie primär ein Frühwarnsystem für Lieferkettenrisiken betreiben und die EUDR daran anschließen wollen, ist Prewave der passende Anbieter. Und wenn Sie in der Lebensmittelbranche ohnehin mit GlobalG.A.P. und ähnlichen Zertifikatssystemen arbeiten und die EUDR vor allem als Dokumentationsthema sehen, lohnt sich ein Blick auf Simvia (ehemals Agriplace). Fragen Sie dort gezielt nach den EUDR-Funktionen, zu denen wir keine öffentliche Angabe gefunden haben.

Wenn Ihnen Hosting in Deutschland wichtig ist, geben das laut öffentlicher Dokumentation neben Polygon One auch VERSO und Compliance Compass an. Für Holzbetriebe vom Sägewerk bis zum Importeur ist Compliance Compass mit seiner Branchenlösung ein naheliegender Kandidat. Wenn Sie LkSG, CBAM und PPWR ohnehin mit PwC auf der SAP Business Technology Platform steuern, passt der Deforestation Regulation Manager.

EUDR-Software nach Rohstoff: wann die Branche zählt

Der Rohstoff entscheidet seltener über die Software als die Rolle. Keines der dreizehn Kriterien der Matrix hängt an einem Rohstoff. Einen ausdrücklichen Branchenschwerpunkt nennen drei Anbieter: Compliance Compass richtet sich an die Holzbranche vom Forstbetrieb bis zum Importeur, Satelligence konzentriert sich auf Palmöl, Kakao, Kautschuk und Soja und hat eine eigene globale Kakaokartierung, und Simvia (ehemals Agriplace) kommt aus der Lebensmittelbranche.

Was sich je Rohstoff unterscheidet, sind Zollcodes, Sonderfälle und Nachweise. Für Holzbetriebe zählen die Zolltarifnummern der Kapitel 44, 47, 48 und 94, Artenangaben und die Geodaten der Einschlagsflächen; Kleinst- und Kleinunternehmen im Holzbereich haben keine spätere Frist als den 30. Dezember 2026. Worauf es in Ihrer Branche ankommt, steht in unseren Leitfäden zu Holz, Möbeln, Kaffee und Kakao, Kautschuk und Reifen, Palmöl und Papier und Verpackung.

Entscheidungsprofile

ProfilTypische AnforderungUnsere Empfehlung
Mittelständischer Importeur von Kaffee, Kakao, Holz, Kautschuk oder Soja mit 10 bis 500 LieferantenVollständige Sorgfaltspflicht, Geodaten von Lieferanten einsammeln und prüfen, Einreichung ohne HandarbeitPolygon One
Hersteller mit EUDR- und PPWR-Pflichten, etwa Möbel, Verpackungen oder LebensmittelBeide Regularien in einer PlattformPolygon One; EUDR und PPWR bieten laut Matrix auch osapiens, IntegrityNext, cubemos, Coolset, Sourcemap, VERSO und PwC
Großhändler oder Verarbeiter als nachgelagerter Marktteilnehmer, kein KMU, viele eingehende ReferenznummernRegistrierung, Referenz- und Prüfnummern je Lieferung speichern, fünf Jahre Aufzeichnungen, Export für BehördenPolygon One; eine automatische Prüfung gegen TRACES dokumentieren VERSO, Prewave, LiveEO und Orbify
Konzern mit SAP-Landschaft, mehreren Gesellschaften und eigenem Compliance-TeamMulti-Entity, ERP-native Workflows, breiter ESG-Scopeosapiens, IntegrityNext oder PwC
Rohstoffhändler mit zehntausenden Kleinbauern und eigener GIS-AbteilungSendungsbezogene Rückverfolgbarkeit, detaillierte SatellitenanalyseSourcemap, LiveEO, Satelligence oder Orbify
Holzbetrieb vom Sägewerk bis zum HolzimporteurZolltarifnummern der Kapitel 44, 47, 48 und 94, Artenangaben, Geodaten der Einschlagsflächen, Referenznummern vorgelagerter ErklärungenCompliance Compass oder Polygon One
Unternehmen mit bestehendem Lieferkettenrisiko-MonitoringEUDR als Modul im FrühwarnsystemPrewave

So wählen Sie EUDR-Software aus: sechs Schritte

  1. Rolle je Erzeugnis klären. Nur Marktteilnehmer reichen Sorgfaltserklärungen ein, und ein Unternehmen kann für verschiedene Erzeugnisse unterschiedliche Rollen haben. Der EUDR-Check ordnet das in zwei Minuten zu.
  2. Mengengerüst aufschreiben. Zahl der Lieferanten, Flächen, Sendungen und Erklärungen im Jahr, dazu die Rohstoffe und das ERP. Daran entscheidet sich, ob Vorlagen reichen oder eine Plattform nötig ist.
  3. Muss-Kriterien aus der Matrix wählen. Für Marktteilnehmer sind das vor allem die direkte Anbindung an das Informationssystem, die Geodatenprüfung vor dem Import, ein Lieferantenzugang ohne hohe Hürden, eine nachvollziehbare Risikobewertung und ein Exportpaket für Kontrollen.
  4. Zwei bis drei Anbieter in die Demo holen. Nehmen Sie die zehn Fragen mit und fragen Sie gezielt nach den Zeilen, die in der Matrix auf „Teilweise“ oder „Keine Angabe“ stehen.
  5. Mit echten Lieferantendaten testen. Lassen Sie sich zu einer einzelnen Referenznummer alles exportieren, was zu dieser Lieferung gehört, und prüfen Sie, ob eine Prüferin den Weg zum Risikoergebnis ohne den Anbieter nachvollziehen könnte.
  6. Vertrag und Einführung klären. Hosting, Vertrag zur Auftragsverarbeitung und Unterauftragsverarbeiter, Methodenblatt, Einführungszeit. Laden Sie Lieferanten so früh wie möglich ein, denn ihre Antworten dauern erfahrungsgemäß Tage bis Wochen.

Typische Fehler bei der Auswahl. Ein Tool kaufen, das nur Sorgfaltserklärungen erzeugt, obwohl die Verordnung einen Ablauf von der Informationssammlung bis zur Risikominderung verlangt. Einen Risikowert ohne Rechenweg akzeptieren. Zertifikate wie FSC, PEFC oder RSPO als grünes Häkchen verbuchen lassen, obwohl sie die Sorgfaltspflicht nicht ersetzen. Lieferanten erst nach dem Vertrag einladen. Und die Rolle für das ganze Unternehmen festlegen statt für jedes Erzeugnis.

Methodik und Transparenz

Für diesen Vergleich haben wir die öffentlichen Websites, Hilfezentren, Dokumentationen, Preisseiten, Blogbeiträge und Pressemitteilungen der 13 anderen Anbieter ausgewertet. Die erste Fassung stammt vom 4. September 2026, alle Angaben haben wir am 29. September 2026 erneut geprüft. Polygon One haben wir nach demselben Maßstab bewertet, also nach dem, was auf polygon-one.com öffentlich beschrieben ist. Wir haben die Wettbewerbsprodukte nicht selbst getestet. Jedes Kriterium in der Matrix wurde nur dann mit "Ja" bewertet, wenn die Funktion konkret beschrieben ist, Werbeformulierungen ohne Beschreibung haben wir als "Teilweise" gewertet. Aussagen zu Marktanteilen, Genauigkeit von Analysen oder Compliance-Garantien einzelner Anbieter haben wir bewusst nicht übernommen, weil sie sich von außen nicht prüfen lassen. Die Auswahl folgt der Sichtbarkeit der Anbieter im deutschsprachigen Markt, in den Suchergebnissen zu EUDR-Software und in bestehenden Übersichten wie der elan!-Liste von OroVerde und Global Nature Fund. Geprüft, aber nicht aufgenommen haben wir preeco, tec4U-Solutions, TraceX, Digicust, tanso, acadon und SAP Green Token, weil ihre EUDR-Funktionen öffentlich nur knapp beschrieben sind, nur einen Ausschnitt des Prozesses abdecken oder sich an eine andere Zielgruppe richten. Wenn Sie als Anbieter eine Angabe korrigieren möchten, schreiben Sie uns, wir aktualisieren den Artikel mit Datum. Das dreizehnte Kriterium haben wir im Oktober 2026 ergänzt, nachdem die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung öffentlich beschrieben hat, was sie bei Kontrollen von Tools und ihren Ergebnissen erwartet. Bewertet haben wir es wie alle anderen Kriterien allein anhand der öffentlichen Beschreibungen, und wir stehen dort selbst auf "Teilweise".

Änderungsverlauf. Am 14. Oktober 2026 kamen der Abschnitt zur Kontrollbehörde, zehn Fragen für die Demo und das dreizehnte Kriterium hinzu. Am 29. September 2026 haben wir vier Anbieter ergänzt (VERSO, PwC, Orbify und Compliance Compass) und alle Angaben neu geprüft: LiveEO veröffentlicht seitdem Listenpreise, für IntegrityNext und Sourcemap haben wir PPWR-Lösungen gefunden, Coolset und IntegrityNext geben EU-Hosting an, und Agriplace heißt seit April 2026 Simvia. Am 18. Oktober 2026 kamen die Abschnitte zur Arbeit ohne Software, zur Auswahl in sechs Schritten und zu den Rohstoffen hinzu; seit dem 17. Oktober 2026 nennt Polygon One einen Einstiegspreis.

Häufige Fragen zur EUDR-Software

Welche EUDR-Software ist die beste?

Das hängt von Rolle und Größe ab. Für mittelständische Importeure, Hersteller und Händler mit zehn bis einigen hundert Lieferanten empfehlen wir Polygon One, weil die Plattform den Prozess von der Lieferantenabfrage bis zur Referenznummer abdeckt, Geodaten über ein Portal ohne Login einsammelt und vor der Übernahme prüft und EUDR sowie PPWR in einer Plattform vereint. Diese Empfehlung stammt von uns als Anbieter. Konzerne mit SAP-Landschaft und mehreren Gesellschaften sind bei osapiens, IntegrityNext oder PwC gut aufgehoben, Unternehmen mit eigener GIS-Abteilung bei LiveEO, Satelligence oder Orbify, Holzbetriebe auch bei Compliance Compass.

Worauf sollte ich bei der Auswahl einer EUDR-Software achten?

Klären Sie zuerst Ihre Rolle für jedes Erzeugnis: Nur Marktteilnehmer reichen Sorgfaltserklärungen ein, nachgelagerte Unternehmen erfassen Referenznummern. Für Marktteilnehmer zählen dann vor allem fünf Punkte: eine direkte Anbindung an das EU-Informationssystem mit automatischem Abruf von Referenz- und Prüfnummer, eine Geodatenprüfung, bevor Daten in eine Erklärung gelangen, ein Lieferantenzugang ohne hohe Hürden, eine nachvollziehbare Risikobewertung mit Satellitendaten und Nachweisen sowie ein Exportpaket für Kontrollen. Dazu kommen Hosting, Sprache und Preis. Fragen Sie in Demos gezielt nach den Zeilen, die in unserer Matrix auf „Teilweise“ oder „Keine Angabe“ stehen, und testen Sie mit echten Lieferantendaten.

Was kostet EUDR-Software?

Die meisten Anbieter nennen Preise nur auf Anfrage. Öffentliche Preise gibt es bei LiveEO (TradeAware Lite kostenlos, Professional 3.990 Euro pro Jahr) und bei PwC (Suite Check Your Value Chain ab 990 Euro netto im Monat zuzüglich einmaliger Implementierungskosten, ohne eigenen Preis für das EUDR-Modul). Teilweise öffentlich sind sie bei Simvia (ehemals Agriplace): Das einmalige Onboarding kostet bei 200 Lieferanten laut Anbieter rund 2.100 Euro, die Pakete Core und Scale gibt es auf Anfrage. Als Marktspanne nennt der Vermittler Matchilla aus seinen Vermittlungen von April 2025 bis Juni 2026 rund 6.000 bis 40.000 Euro pro Jahr für kleinere Unternehmen und 25.000 bis 180.000 Euro für mittlere bis große Importeure. Polygon One nennt einen Einstiegspreis für das kleinste Paket (siehe Preistabelle) und kalkuliert für Ihren Umfang ein Angebot. Stand 29. September 2026.

Gibt es kostenlose EUDR-Software?

Ja, mit Einschränkungen. LiveEO bietet TradeAware Lite für 0 Euro an, mit einem Nutzerplatz und Open-Source-Entwaldungsanalyse, gedacht für Teams, die die EUDR erkunden, und für nachgelagerte Unternehmen, die Referenznummern empfangen. Simvia (ehemals Agriplace) hat einen kostenlosen Plan, mit dem sich ein Unternehmen mit bis zu zehn Abnehmer-Organisationen verbindet und Nachweise mit ihnen teilt, also vor allem für die Lieferantenseite. Orbify bietet einen kostenlosen Test und ein kostenloses EUDR-Assessment. Für Lieferanten sind die Portale vieler Anbieter kostenlos, etwa bei LiveEO, cubemos, IntegrityNext, VERSO und Compliance Compass. Ohne Software können Marktteilnehmer ihre Sorgfaltserklärungen auch von Hand in der Weboberfläche des Informationssystems einreichen. Stand 29. September 2026.

Brauche ich als Händler überhaupt eine EUDR-Software?

Als Händler oder nachgelagerter Marktteilnehmer reichen Sie keine eigenen Sorgfaltserklärungen ein. Sind Sie kein KMU, müssen Sie sich im Informationssystem registrieren, die Referenznummern Ihrer Lieferanten erfassen und fünf Jahre aufbewahren. Eine Software lohnt sich, sobald Sie viele Lieferanten haben oder die Nummern gegen das Informationssystem prüfen und mit Ihren Verkaufsartikeln verknüpfen wollen. Als KMU auf nachgelagerter Stufe genügen Aufzeichnungen, Software ist optional.

Welche EUDR-Software eignet sich für kleine und mittlere Unternehmen?

Mehrere Anbieter haben inzwischen eigene Einstiegspakete: LiveEO TradeAware Professional für 3.990 Euro pro Jahr mit bis zu 50 Sorgfaltserklärungen und Risikoscoring für fünf Lieferanten, erweiterbar auf 20, IntegrityNext EUDR Starter für bis zu 50 Lieferanten zu einem festen Jahrespreis ohne öffentliche Zahl, Coolset EUDR for SME für bis zu 20 direkte Lieferanten im Anwendungsbereich und ein eigenes KMU-Angebot von Orbify. Polygon One richtet sich an Importeure und Hersteller aus dem Mittelstand und deckt EUDR und PPWR in einer Plattform ab. Ob Sie überhaupt Software brauchen, hängt von der Rolle ab: Marktteilnehmer, die am 31. Dezember 2024 Kleinst- oder Kleinunternehmen waren, sind außerhalb des Holzbereichs erst ab dem 30. Juni 2027 verpflichtet, und KMU auf nachgelagerter Stufe genügen Aufzeichnungen.

Was muss eine EUDR-Software mit dem Informationssystem können?

Mindestens die direkte Einreichung per Schnittstelle mit automatischem Abruf von Referenz- und Prüfnummer, die Statusverfolgung inklusive behördlicher Kontrollen, das Zurückziehen von Erklärungen und die Speicherung der übermittelten Daten für die Aufbewahrungsfrist. Für nachgelagerte Unternehmen kommt die Prüfung fremder Erklärungen gegen das Informationssystem hinzu. Wie das System selbst funktioniert, erklärt unser Artikel zum EUDR Informationssystem.

Welche EUDR-Software reicht Sorgfaltserklärungen direkt in TRACES ein?

Laut öffentlicher Dokumentation übermitteln neun der 14 verglichenen Anbieter Sorgfaltserklärungen per Schnittstelle an TRACES und übernehmen die Referenznummer automatisch: Polygon One, osapiens, LiveEO, IntegrityNext, cubemos, Prewave (über die API-Integration, die der Anbieter als Zusatzfunktion führt), Sourcemap, Orbify und Compliance Compass. Coolset, Satelligence, VERSO und PwC beschreiben die Übermittlung an TRACES, aber nicht zugleich eine direkte Schnittstelle und den automatischen Abruf der Referenznummer. Für Simvia (ehemals Agriplace) fanden wir keine öffentliche Angabe. Nachgelagerte Unternehmen reichen selbst nichts ein, sie brauchen vor allem eine saubere Ablage der Referenz- und Prüfnummern ihrer Lieferanten.

Kann ich die EUDR mit Excel umsetzen?

Für eine erste Bestandsaufnahme ja. Für den laufenden Betrieb wird es schwierig, weil Geodaten geprüft, Lieferanten erinnert, Mengen gegen Erklärungen verfolgt und Nachweise fünf Jahre revisionssicher aufbewahrt werden müssen. Spätestens wenn mehrere Personen parallel an Lieferanten, Flächen und Erklärungen arbeiten, fehlt in Tabellen die Nachvollziehbarkeit, die bei einer Kontrolle verlangt wird.

Worauf muss ich bei Geodaten achten?

Flächen über vier Hektar müssen als Polygon angegeben werden, kleinere dürfen ein Punkt sein. Typische Fehler sind Koordinaten im falschen Land, zu wenige Nachkommastellen, nicht geschlossene Polygone, Löcher oder sich kreuzende Linien. Eine gute Software prüft das vor dem Import und nicht erst bei der Einreichung.

Was unterscheidet Polygon One von osapiens?

osapiens richtet sich mit einer ERP-nativen Plattform, No-Code-Workflows und einem breiten ESG-Scope vor allem an Konzerne, arbeitet nach eigenen Angaben aber auch mit KMU, und nennt Preise nur auf Anfrage. Polygon One richtet sich an Importeure und Hersteller aus dem Mittelstand ohne eigene Compliance-Abteilung, sammelt Geodaten über ein Portal ohne Login ein, prüft sie vor der Übernahme und kalkuliert nach einem 30-minütigen Gespräch ein Angebot. Beide Anbieter decken EUDR und PPWR ab und speichern die Daten in der EU, Polygon One bei AWS in Frankfurt am Main, osapiens in Rechenzentren in Deutschland und Frankreich.

Welche EUDR-Software speichert die Daten in Deutschland oder der EU?

Öffentlich angegeben haben das sechs der 14 Anbieter. In Deutschland: Polygon One (AWS, Region Frankfurt am Main), VERSO (Open Telekom Cloud) und Compliance Compass, das nach eigenen Angaben ausschließlich Server in Deutschland nutzt. In der EU: osapiens (Rechenzentren in Deutschland und Frankreich), IntegrityNext (AWS in Frankfurt und Dublin) und Coolset (Server in der EU laut Datenschutzerklärung). Für die übrigen acht Anbieter fanden wir keine öffentliche Angabe, was nicht heißt, dass sie außerhalb der EU hosten. Fragen Sie bei jeder Lösung nach dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und den Unterauftragsverarbeitern.

Wie lange dauert die Einführung?

Der Engpass ist die Datensammlung bei den Lieferanten, deren Antworten erfahrungsgemäß Tage bis Wochen dauern. Laden Sie Lieferanten deshalb so früh wie möglich ein und erledigen Sie die übrigen Schritte parallel. Die Anbieter nennen öffentlich sehr unterschiedliche Zeiten: IntegrityNext wenige Tage für EUDR Starter, PwC fünf Werktage für die technische Bereitstellung der Standardkonfiguration, Compliance Compass zwei bis sechs Wochen (bei größeren Anbindungen 8 bis 14 Wochen), LiveEO rund vier Wochen für das Onboarding mit API-Anbindung und Sourcemap unter vier Wochen. Im 30-minütigen Gespräch zeigen wir Ihnen Polygon One live und besprechen, wie die Einführung bei Ihnen abläuft.

Wer sind die führenden Anbieter von EUDR-Compliance-Software?

Eine Rangliste nach Marktanteil gibt es nicht öffentlich. In diesem Vergleich stehen 14 Anbieter, ausgewählt nach ihrer Sichtbarkeit im deutschsprachigen Markt, in Suchergebnissen und in bestehenden Übersichten. Compliance-Plattformen mit EUDR-Modul: Polygon One, osapiens, IntegrityNext, cubemos, Coolset, Prewave, Simvia (ehemals Agriplace), VERSO, PwC und Compliance Compass. Satelliten- und Geodatenspezialisten: LiveEO mit TradeAware, Satelligence und Orbify. Spezialist für Rückverfolgbarkeit: Sourcemap. Polygon One ist selbst einer der verglichenen Anbieter. Welche Software passt, hängt zuerst von der Rolle in der Lieferkette ab.

Welche EUDR-Plattformen prüfen das Entwaldungsrisiko per Satellit auf den Flächen der Lieferanten?

Eine satellitengestützte Entwaldungsprüfung beschreiben laut öffentlicher Dokumentation neun der 14 verglichenen Anbieter konkret: Polygon One, osapiens, LiveEO, IntegrityNext, Coolset, Prewave, Sourcemap, Satelligence und Orbify. VERSO, PwC und Compliance Compass bewerben Satellitendaten, ohne die Datengrundlage zu beschreiben. Für cubemos und Simvia (ehemals Agriplace) fanden wir keine öffentliche Angabe, was nicht heißt, dass die Funktion fehlt. Aus der Erdbeobachtung kommen LiveEO, Satelligence und Orbify. Sourcemap analysiert sendungsbezogen, Polygon One prüft jede Fläche per Satellit gegen den Stichtag 31. Dezember 2020.

Woran erkenne ich, ob ein EUDR-Tool einer Behördenkontrolle standhält?

Daran, ob Sie den Weg zum Ergebnis nachvollziehen können. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat im September 2026 in einem Web-Seminar für Toolanbieter mehrfach deutlich gemacht, dass numerische Punktwerte und Ergebnisübersichten für sich genommen nicht genügen. Verlangt werden die Datengrundlage, die Methodik und die Validierung, bei Satellitenauswertungen ebenso wie bei der Legalitätsprüfung. Wird die Legalität durch einen Toolanbieter bewertet, sind die herangezogenen Unterlagen zu benennen und dem Marktteilnehmer zur Einsicht bereitzustellen. Praktischer Maßstab: Könnte eine Prüferin Ihren Fall allein anhand dessen nachvollziehen, was Sie exportieren können, ohne dass der Anbieter dabei ist?

Reicht ein Risiko-Score als Nachweis?

Nein. Ein Score ist ein Ergebnis, kein Nachweis. Die Kontrollbehörde will wissen, welche Rechtsvorschriften geprüft, welche Dokumente gesichtet und welche Daten ausgewertet wurden und wie daraus die Bewertung entstanden ist. Dasselbe gilt für Zertifikate: FSC, PEFC oder RSPO sind taugliche Nachweise, ersetzen die eigene Sorgfaltspflicht aber nicht und eröffnen keine Green Lane. Prüfen Sie deshalb vor dem Vertrag, was Sie aus dem System herausbekommen, wenn eine Kontrolle kommt, und nicht nur, was es Ihnen anzeigt.

Fazit

Der EUDR-Softwaremarkt 2026 ist groß, intransparent und voller Versprechen. Wer ihn sortiert, findet drei Anbietertypen, sehr unterschiedliche Zielgruppen und nur wenige öffentliche Preise. Die richtige Wahl beginnt bei der eigenen Rolle in der Lieferkette und bei der Frage, wie viele Lieferanten, Flächen und Sendungen zu bewältigen sind. Für Konzerne mit tiefer ERP-Integration und für Spezialfälle mit zehntausenden Kleinbauern gibt es starke Anbieter, die wir in diesem Artikel benannt haben.

Für den Mittelstand, also für Importeure, Hersteller und Händler, die ab dem 30. Dezember 2026 jede Sendung sauber durch den Zoll bringen müssen, ohne dafür eine Abteilung aufzubauen, empfehlen wir Polygon One. Der Prozess folgt der Verordnung, Geodaten werden vor der Übernahme geprüft, Lieferanten arbeiten ohne Login, Sorgfaltserklärungen gehen direkt an TRACES und die Referenznummer kommt automatisch zurück, ein Compliance-Report dokumentiert den Sorgfaltspflichtprozess, und PPWR läuft auf derselben Plattform. Nach einem 30-minütigen Gespräch erhalten Sie ein transparentes Angebot.

Wenn Sie sehen möchten, wie das mit Ihren Lieferanten und Artikeln aussieht, vereinbaren Sie ein 30-minütiges Gespräch mit Live-Demo. Sie erhalten danach ein Angebot für Ihren Umfang.

Quellen

Alle Quellen zu Anbietern haben wir am 29. September 2026 abgerufen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Angaben zu anderen Anbietern beruhen auf deren öffentlicher Dokumentation zum genannten Stichtag. Produkt- und Firmennamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

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