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EUDR-Journal · Branche

EUDR 2026: Auswirkungen auf die Papierindustrie

31.01.2026 · Lesezeit ca. 3 Min. · Von Niklas Glienke

Die EU-Entwaldungsverordnung stellt auch die Papierindustrie vor eine bedeutende Herausforderung. Als einer der Hauptabnehmer von Holzfasern und Zellstoff ist die Branche verpflichtet sicherzustellen, dass ihre Produkte nicht zur Entwaldung beigetragen haben. Unternehmen, die Papier, Karton oder Zellstoff in die EU importieren oder hier produzieren und verkaufen, müssen lückenlos nachweisen, dass ihre Lieferketten den Anforderungen der EUDR entsprechen.

Die Verordnung betrifft nicht nur Rohstofflieferungen, sondern eine breite Palette papierbasierter Produkte: Druckpapier, Verpackungsmaterialien, Hygienepapiere sowie Spezialpapiere. Die genaue Zuordnung erfolgt über die im Gesetz genannten Zolltarifnummern (HS-Codes).

Hinweis: Bei papierbasierten Produkten gab es Ende 2025 wesentliche Änderungen. Der HS-Code „ex 49" (u. a. Bücher, Zeitungen, Kalender und sonstige Druckerzeugnisse) wurde aus Anhang I der EUDR gestrichen; Druckereien sind für diese Produktkategorien vollständig von den Pflichten ausgenommen. Papier, Pappe und Erzeugnisse des HS-Codes 48, etwa Tapeten, Verpackungen, Etiketten oder Notizblöcke, verbleiben dagegen im Anwendungsbereich.

Herkunftsländer und Risikobewertung

Die Papierindustrie bezieht ihre Rohstoffe vor allem aus Holzfasern und Zellstoff unterschiedlichster Herkunft. Während Länder wie Schweden, Finnland und Kanada häufig als Niedrigrisikogebiete gelten und für nachhaltige Forstwirtschaft bekannt sind, stammen große Mengen Zellstoff auch aus Ländern mit höheren Entwaldungsrisiken, darunter Indonesien, Brasilien oder Russland.

Das EUDR-Benchmarking-System klassifiziert Herkunftsländer nach dem Risiko ihrer Waldwirtschaft, niedrig, standard oder hoch, und bestimmt damit die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht. Besonders kritisch sind Länder mit unzureichender Rechtsdurchsetzung oder hohen Entwaldungsraten. Für die Papierindustrie ist es daher unerlässlich, den genauen Ursprung des Zellstoffs oder der Holzfasern zu kennen und die Lieferketten sorgfältig zu analysieren, denn bereits eine einzelne Zulieferquelle kann das Risiko der gesamten Kette beeinflussen.

Spezielle Herausforderungen der Branche

Die Rohstoffketten der Papierindustrie sind oft sehr komplex, da Zellstoff in mehreren Stufen verarbeitet wird, von der Holzfasergewinnung über die Zellstoffproduktion bis zur Papierherstellung und -verarbeitung. Dabei können Fasern aus unterschiedlichen Herkunftsländern vermischt werden, was die genaue Rückverfolgbarkeit erschwert.

Fazit: Die EUDR als Chance

Die EU-Entwaldungsverordnung ist für die Papierindustrie ein bedeutender Einschnitt. Unternehmen, die frühzeitig in transparente Lieferketten investieren, Rohstoffherkünfte exakt dokumentieren und auf nachhaltige Beschaffung setzen, erfüllen nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern stärken auch ihre Marktposition. Polygon One unterstützt die Papierbranche bei der Umsetzung der EUDR-Anforderungen, von der Geolokalisierung über die Risikoanalyse bis zur Integration ins EU-System TRACES.

Niklas Glienke
Niklas GlienkeCo-Founder · Produkt & Markt
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